Sprüche

und

Widersprüche

 

 

Über den Widerspruch
„Gleichzeitig betrachtet die KP Chinas es als ihre „unbedingte proletarische, internationalistische Pflicht, den revolutionären Kampf der Menschen in allen Ländern zu unterstützen!“
(Aus: KVZ, Organ des KBW, Nr. 21, S. 13)
„Der stellvertretende chinesische Außenminister Tschiao Kuan-hua hat darauf hingewiesen, daß China keine Kontakte zu sogenannten maoistischen Gruppen in der Bundesrepublik habe. Bei einem von Botschafter Rolf Pauls veranstalteten Abendessen für eine Delegation des deutschen Bundestags meinte Tschiao, diese Gruppen hätten nichts mit der Lehre Mao Tse-tungs zu tun.“
(Aus: „Süddeutsche Zeitung vom 17. 10., S. 2)
Während also zwischen dem KBW und dem Genossen Tschiao ernsthafte Differenzen bestehen zu scheinen, konnte ein prominentes Mitglied der oben erwähnten Bundestagsdelegation Erfreulicheres aus Peking vermelden, wie die SZ vom 19./20. 10. berichtet:
„Jaeger: „Übereinstimmung zwischen Peking und der CSU.“ (S. 2)
Merke: „Die Existenz der VR China bedeutet einen Schlag ins Gesicht der Imperialisten und ihrer Vertreter.“ (KVZ, a. a. O.)

„In einem studentischen Dachverband jedoch eine marxistische Analyse oder theoretische Selbstverständigungspapiere einzelner Organisationen zur Voraussetzung kollektiver Praxis zu machen, ist einfach verrückt.“
„Ist denn ohne eine dialektisch-materialistische Analyse ein einheitlicher Kampf überhaupt möglich?“
(Aus: Facit extra, April 1974, Organ des MSB Spartacus)

Faschistischer Überfall auf Familie – Polizei erschießt Schäferhund!
(Artikelüberschrift aus „Roter Morgen“ – Organ der KPD/ML)

„Warum ich aus der DKP ausgetreten bin: … Meine Tochter war mal im Pionierlager Dimitroff bei Erfurt. Die angeblichen Bungalows … waren Baracken mit Plumpsklos. Alle zwei Tage bekamen die Kinder die Haare gewaschen, weil einige Kinder aus der DDR Läuse hatten. … Weitere Artikel über die fortschrittliche DDR folgen.“
„Verwaltungsgericht stellt fest: »Der KBW ist eine politische Partei.«“
(Aus: „KVZ“, Organ des KBW, Nr 18/1974)

MSZ 1/74

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„Für wen wird die UZ gemacht? Für den Stahlarbeiter, der wissen will, wie die Bosse sich dumm und dämlich verdienen.“
(UZ-Eigenanzeige)

„Klöckner-Humboldt-Deutz hat mit der UdSSR einen Vertrag über die Lieferung von 9000 schweren Lastwagen im Wert von 1,1 Milliarden DM abgeschlossen.“
(aus: UZ vom 6. 11. 1974)

„Auch zur Sicherung der Arbeitsplätze will sie (die Bundesregierung) nichts unternehmen.“
„Das ist das Ergebnis der viertägigen Reise Bundeskanzler Schmidts und Außenminister Genschers zu der sowjetischen Führungsspitze. Während des Besuches wurden bereits drei Wirtschaftsabkommen unterzeichnet ... Den Nutzen haben ungezählte Arbeiter und Angestellte, denen durch die Milliardenaufträge aus der Sowjetunion Arbeitsplätze gesichert werden.“
(aus: UZ vom 6 .11. S. 1 und 2)

„Auf dem Post-Gewerkschaftstag wurde die Forderung nach der 35-Stunden-Woche beschlossen. Jeder Arbeiter wird sich sagen, das ist eine vernünftige Forderung, gerade jetzt, wo so viele keine Arbeit haben.“
(aus: KVZ Nr. 22. S. 1)

„20 neue Berufsverbote: darunter Doris Caspar, die im Sonderverhör belehrt wird, daß der Lehrer die FDGO zu verteidigen hat, auch wenn die Mehrheit des Volkes eine Gesellschaftsordnung wie in China will.“
(aus einem Flugblatt der KSV-Zelle Erz. Fak., Uni München)

„Das IOC ist schon immer ein Gremium gewesen, das alles in seinen Kräften stehende zur Unterstützung imperialistischer Mächte getan hat.“ – „Wir müssen unsere Unterstützung des Kampfes der chinesischen Sportverbände um ihre Aufnahme ins IOC und die Einzelsportverbände verstärken.“
(aus: Rote Fahne Nr. 44, 1974, S. 1)

„Hochschulkomitee des KSV in Kassel gegründet.“ – „Die fortschrittliche Studentenbewegung war in Kassel nie entfaltet.“
(aus: Dem Volke dienen Nr. 23/1974, S. 6)

MSZ 2/74

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Der Stein, den sie erhoben haben …
„Kommilitonen! Wir rufen Euch alle, die Ihr mit uns gegen diese Gesetze in Streiks und Demonstrationen gekämpft habt – kommt zur Vollversammlung und der anschließenden Demonstration.“

... ist ihnen auf die eigenen Füße gefallen.
„Die Tatsache, daß nur 150 Kommilitonen im Hörsaal selbst waren ...“
(aus: Flugblatt des KSV München mit Aufruf zu einer „Studentenschaftsvollversammlung“ und Flugblatt des KSV München nach der „Studentenschaftsvollversammlung.“

Wo die Massen wirklich sind
„Wie steht es in der Bundesrepublik? – Eln machtvolles Rechtskartell hält entscheidende Ausgangspositionen, besetzt: in den Massenmedien (nicht nur in Gestalt des Springer-Verlags, diesem Nachfolger des Hugenberg-Konzerns), In einer Reihe von scheinbar unpolitischen Massenorganisationen (man entsinne sich des showdowns des ADAC gegen die sozialliberale Bundesregierung unter dem Slogan »Freie Fahrt für freie Menschen« oder an die mit ungewöhnlichem Aufwand geführte Kampagne der katholischen Kirche und ihrer Laienorganisationen gegen die Reforrn des § 218); weitere Positionen hält das Rechtskartell …“
(W. F. Haug in „Das Argument“, Nov. 1974, Nr, 87, S- 517)

Die Theorie ...
„Die Massen vereinen sich irn Kampf gegen die Preiserhöhungen von Gas Wasser und Strom.“

... wird zur materiellen Gewalt ...
„Uber 1500 Münchner haben den Stadtrat in einer Unterschriftensammlung aufgefordert, auf einer öffentlichen Versammlung seinen Beschluß zur Erhöhung der Gas-, Strom- und Wasserpreise zu rechtfertigen.“

... sobald sie die Massen ergreift.
160 Menschen waren zur Versammlung gekommen.“
(aus: KVZ, Ortsbeilage München vom 12. 12. 74 und vom 9. 1. 75)

Zur letzten MSZ
„ … in ihrer neuesten MSZ ein langer, sehr kluger Artikel über das »Selbstverständnis der Marktwirtschaft« – kein Wort über die tatsächliche Lage der Arbeiterklasse, kein Wort über die verschärften Klassenkämpfe ...“
(aus: Flughlatt des KSV München)

MSZ 3/75

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Das Leben ein Traum ...
In der UZ der DKP schreibt ein Andre Müller über die Katastrophenfilme:
„Die Frage ist nur, ob man sich auf eine detaillierte Widerlegung dieseis Unsinns einlassen soll, der ja eben auch handfeste ideologische Propaganda ist? Im einzelnen möchte ich davon abraten: man soll sich nicht verzetteln. Es genügt in diesem Fall, denke ich, diesen kapitalistischen Alpträumen unsere eigenen Träume von einer friedlichen, menschenwürdigen und harmonischen Welt gegenüberzustellen, dies freilich unbedingte.“
Über den Autor teilt die UZ mit: Andre Müller ist Autor der satirischen Komödie „Das letzte Paradies“. (Zitate aus UZ vom 17 4. 1975)

Das Subjekt der Geschichte spricht
„Da kniffen die Roten Zellen und überließen die verfaßte Studentenschaft Ihrem Schicksal, sie wurden zum Objekt der Geschichte.“ „Dies ... mag wohl zu der nur geringen Wahlbeteiligung von 3 Prozent ... beigetragen haben (bei den Wahlen zum freiwilligen ,AStA‘ an der Uni München, die von SHB und MSB durchgeführt wurden).“
(aus Offensiv, Mai 1975, Zeitung des SHB München, S 2. 1)

Kleider machen Leute
„Schließlich war die sektiererische Hysterie soweit vorangeschritten, daß ein 50jähriger Stahlarbeiter aus Bochum, Sympathisant unserer Partei, angegriffen wurde. Funktionäre der KPD/ML hatten aus der Tatsache, daß der Genosse zur Feier des 1. Mal seinen besten Anzug angezogen hatte, den Schluß gezogen, es könne sich nur um einen Polizeispitzel handeln.“
(aus: Rote Fahne, Nr. 18/1975 S. 3)

„Es ist schon eine Geschmacklosigkeit, ... wenn eben diese Partei, die sich ,KPD‘ nennt … als WahIkandidaten … das Hasch-Kommune-Mitglied Nr. 1 Konzelmann vorsetzt ... Jenen Typ, der noch vor wenigen Jahren ... sein Nacktkonterfei bürgerlichen Zeitungen für DM verkaufte.“
(aus Roter Morgen Nr. 17/1975, Beilage zum 1. Mai)

MSZ 5/75

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Partielle Rehabilitierung
„Vorsicht! Jeder MSB-ler kann ein Mann des SSD (= Staatssicherheitsdienst der DDR) sein.“
„Diese Einschätzung trifft voll und ganz auf die FUHRER dieser Organisation (MSB) zu, aber keineswegs auf die Masse der Mitglieder dieser Organisation.“
(aus: Dem Volke dienen, Nr. 8 & 9, 1975)

Quo vadis MSB?
„Den richtigen Weg zeigten uns 200 Studenten, die spontan … einen Protestzug zum Rektorat durchführten und die Herren zur Rede stellten. Diesen Weg gilt es weiterzugehen – dazu gibt es keine Alternative!“
(MSB-Flugblatt zu einem Polizeieinsatz an der Uni München am 1.6. 75)

Wenn die bunten Fahnen wehen …
„Unsere Genossen waren es auch, die ... dafür gesorgt haben, daß auch das (Fußball-)Turnier selbst zu einer Demonstration der Solidarität mit dem vietnamesischen Volk wurde: Uberall hingen die Fahnen der FNL und der DRV; als Eckfahnen der Fußballplätze wehten die Flaggen der FNL, der DRV, die Fahnen von Laos und Kambodscha.“
(aus: Dem Volke dienen, Nr. 8, 1975)

Gemeinheit
„Als wir ihnen durch unser entschlossenes und kämpferisches Auftreten entgegentraten, griffen sie uns von hinten an!“
(KSV-Flugblatt zu einem Polizeieinsatz an der Uni München am 1.6. 75)

MSZ 6/75

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Schlagender Beweis
„Die Natur des Kapitalismus hat sich nicht geändert. Die Lage der Bäcker gestern und heute.“
(aus: KVZ Nr. 40/1915}

Eine überraschende Wendung
„Die RESULTATE DER ARBEITSKONFERENZ erscheinen in Zukunft unregelmäßig.“
(aus: Plakat der Resultate GmbH vom Oktober 1975)

Wiedergutmachung
„Nach Ihren Angriffen boten Mitglieder des KSV von Eiern und Tomaten getroffenen Teilnehmern der AStA-Pressekonferenz an, daß der KSV die Kosten für die Reinigung ihrer Kleider übernehmen würde. Sie entschuldigten sich für die Fehlwürfe.“
(aus: Weserkurier vom 20./21. 9. 1975)
„Paulskirche von Demonstranten besetztl!“ – „Wir fordern Freiheit für die  Besetzer!“
(aus: Flugblatt des KSV/Ffm. nach der Anti-Franco-Demo vüm 26. 9. 1975)

Jeder für sich und Gott gegen alle
„Karl Marx entdeckte: Die Menschen müssen vor allen Dingen zuerst essen, trinken, wohnen und sich kleiden, ehe sie Wissenschaften, Kunst, Religion treiben können.“ „Und sein Gesetz ist so klar, daß sich ihm auf die Dauer niemand entziehen kann.“
„Sicher, der Einfluß der Herrschenden auf den Gang der Geschichte war nicht gering ... Und ging etwas schief, so war da immer noch ein lieber Gott erdacht, auf den man alles schieben konnte.“
(aus: „UZchen, Kinderseite der UZ vom 12. 9. 1915)

Neckermann ist’s möglich?
„Die Mörder der spanischen Antifaschisten sitzen auch hinter den Schaufenstern Neckermanns.“
(aus: Flugblatt der KPDlML vonl 2. 10. 1975)

Sozialistische Freizeitgestaltung?
„Im neuen Verbundfahrplan des MVV (Münchner Verkehrsverbund) ist eine Seite »Verkehrsverbindungen zu Erholungsgebieten in der Region«. Dort werden zwar alle großen Klöster mit bekanntem Gerstensaft angegeben, ein Hinweis auf das KZ Dachau fehlt.“
(aus: Offensiv, Zeitung des SHB München, Nr. 13/1915/ S. 6)

MSZ 7/75

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Was lang gerecht, wird endlich wahr!
„Die Arbeiterklasse muß für ihre berechtigten Forderungen langfristig kämpfen. So wurde auch der 8-Stunden-Tag nicht von heute auf morgen eingeführt und manche Forderungen sind bis heute nicht erfüllt worden, so z. B. der Sozialismus.“
(Ein Sprecher des MSB Spartakus auf einer „Studentenschaftsvollversammlung“ an der Uni München am 25. 11. 1975.)

Ein Sparvorschlag des KBW
„Durch ... Mittelkürzungen in den Haushalten wird die Ausbildung verschlechtert … werden die Studien- und Prüfungsordnungen verschärft, um mehr und mehr Studenten an der Universität hinauszuprüfen.“
„Das System von Siebungen und Prüfungen verschlingt seinerseits Unsummen.“
(aus: Flugblatt der KHG-KBW-Studenten in München – November 1975)

Was tun?
„Es kommt jetzt darauf an, daß sich keiner individuell mit den Zuständen arrangiert, sondem für ihre Veränderung eintritt.“
„So hat der AStA eine Sozial-AG eingerichtet, die einerseits jeden Studenten in allen BAFÖG-Fragen berät und eine Menge Tips auf Lager hat, wie man jetzt zusätzliches Geld locker machen kann … “
(Flugblatt des „AStA“ e.V. Uni München (MSB/SHB), November 1975)

Die DKP und das Wort
„Deshalb sind mehr als nur Worte notwendig.“
„Antifaschistischer Widerstand und Solidarität werden umso wirksamer, je entschiedener sich die Arbeiterschaft zu Wort meldet.“
(aus: Flugblatt des DKP-Bezirksvorstandes Hessen, Oktober 1975)

Viel zu teuer
„Mit einer schonungslosen Analyse der gesellschftlicben Situation in der BRD stellte Referent Lehndorff stärker als bisher geschehen den Zusammenhang zwischen der Wirtschaftskrise ... (und dem) kapitalistischen System … dar.“ „Er klagte den Kapitalismus an, der mit Ausnahme der Unternehmer allen gesellschaftlichen Gruppen viel zu teuer zu stehen kommt.“
(aus: Audimarx. Zeitung des MSB Regensburg Nr. 11/1975, S. 4).

MSZ 8/75

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Wir nicht!
„Wir sind vor der strukturellen Arbeitslosigkeit nicht zu Kreuze gekrochen.“ (DGB-Vetter und BDA-Schleyer im ZDF-Heute vom 19. 12. 1975)

Eine kühne Utopie
„Die Diktatur des Proletariats ist die Selbstverwaltung der Arbeitslosenversicherung durch die Arbeiterklasse.“
(KBM-Sprecher auf dem Krisen-Teach-In in der MG Würzburg. Dezember 1975)

„Die Welt ist im Augenblick in großer Unordnung – die Lage ist ausgezeichnet.“
(aus: Pekinger Volkszeitung vom 29. 10. 1975)

Erfolge der Aufklärung
„Die Aufklärung über den schmierigen und hinterhältigen Charakter des DGB-Manövers hat nicht verhindert, daß fortschrittliche Kollegen teilnahmen.
Das beweist eine verhältnismäßig große politische Reife der fortgeschrittensten Elemente der Arbeiterklasse.“
(aus: Kommunismus und Klassenkampf. Organ des KBW Nr 2/1975, S 238)

MSZ 9/76

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Finger aus dem proletarischen Kochtopf!
„Das war letztes Jahr noch ein ... wohlschmeckend nahrhaftes Essen … Nun, da die Kartoffel bei fünf Pfund über drei Mark kosten ... essen wir das nur noch sonntags. An diesem Beispiel kann man leicht erkennen, wie die Kapitalistenklasse den Werktätigen bis in den Kochtopf packt, wie sie außerdem verhindert, daß wir traditionelle Gerichte essen können. Sie werden sich ihre gierigen Finger aber schon verbrennen, weil bei uns nämlich auf Feuer gekocht wird.“
(aus: Roter Morgen Nr. 8/1976. S. 8)

Faschismus und andere Perversionen
„Pier Paolo Pasolinis letzer Film über die Brutalität des Faschismus darf in den Kinos nicht mehr gezeigt werden.“
„Das Filmverbot erfolgt, obwohl andere Sexfilme uber Perversionen aller Art für Erwachsene leicht zugänglich sind …“
(aus: UZ, Zeitung der DKP. 19. 3. 76, S. 11)

Kulturkampf
Biedenkopf erklärte in seiner improvisierten Rede: Der Herr bewahrt uns davor, daß diese Kräfte die Überhand bekommen ...
Die Linken sind ein Teil einer gegenaufklärerischen Bewegung, die der Meinung ist, daß Freiheitsrechte nur gewährt werden können für den, der die richtige politische Religion hat.“
(RCDS-Hochschul-Magazin, Febr. 1976, Prof. Biedenkopf an der LMU: Pädoyer für die Freiheit)

Das ist der Gipfel!
„Der Aufruf zum Generalstreik im spanischen Baskenland ist am Montag von der großen Mehrheit der Arbeitnehmer und Geschäftsleute befolgt worden ... Demonstrationen wurden von der Pollzei mit Tränengas und Gummiknüppeln aufgelöst. Ein 18-jähriger Demonstrant. der schwer verletzt worden war. starb später im Krankenhaus ... Ein Mann erlag den schweren Schußverletzungen, die er erlitten hatte ...
Die Polizei kontrollierte in Vitoria auf der Straße sogar Aufzeichnungen eines Auslandskorrespondenten, der mit Passanten gesprochen und sich als akkreditierter Korrespondent ausgewiesen hatte.“

„CIA besorgt über Terrorismus.“
(beide Zitate: Süddeutsche Zeitung vom 9.3. 1976, Seite 1)

Prost!
„Am 4. Februar fand eine vom Fachschaftszentralrat (der Uni München) initierte Vollversammlung statt, die trotz (vor der Uni) aufgefahrener Polizei in einer nahegelegenen Gaststätte mit 150 Teilnehmern durchgeführt werden konnte.“
(aus: Dem Volke dienen. Organ des KSV 2/1976)

MSZ 10/76

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Jenseits der Ideologie
„Der Mensch lebt nicht ewig.“
(aus: Kommunismus und Klassenkampf, Organ des KBW 3 1976, S 109)
„Der Tod ist eine eigene Qualität. Er setzt dem irdischen Leben ein Ende, mag es noch so erfüllt gewesen sein, ein Ende – unwiderruflich.“
(aus: MUZ. Organ des RCDS-Sprecherrats Uni München, Mai 1976, S 3)

KSV enttarnt neue Agentur des Sozialimperialismus!
„Die AK beugt sich vor dem politischen und ideologischen Druck des, modernen Revisionismus, befangen im kleinbürgerlichen intellektualistischen Dünkel gegenüber der Arbeiterklasse und den Völkern, unfähig zur marxistisch-leninistischen Analyse ist die AK zum Nachbetreuer der ldeologie des Sozialimperialismus, die MSZ zur „linken“ Feuilletonbeilage der UZ geworden.“
(aus: Flugblatt der KSV-Uni-Leitung München vom Mai 1976)

Abweichung
„AStA und Angestellte kämpfen um ihr Recht auf Arbeit – Vollbeschäftigung, soziale Sicherheit – DGB: unter diesem Motto begeht der DGB den den 1. Mai 1976.“
(aus: Flugblatt des AStA Uni Hamburg, verteilt auf der Hamburger Maikundgebung)

Bescheidenheit
„Mit Sicherheit kann heute nur gesagt werden. daß sie das Problem des Numerus Clausus nicht lösen werden. Zu dieseem Ergebnis kam die RCDS-Uni-Gruppe München in einer Diskussion zu Ende des Wintersemesters 1975/76.“
(in: RCDS-Hochschulmagazin Nr. 18/1976)

Neues aus der Weit unter 1%
„Gegenüber den Revisionisten konnten in diesem Wahlkampf Fortschritte erzielt werden … In Mannheim, einer Hochburg der DKP, wurde das Verhältnis von 2729 Listen der DKP zu 856 des KBW (3.3 : 1) auf 1136 Stimmen der DKP zu 637 des KBW (2,2 : 1) reduziert.“
„Dies ist wichtig festzuhalten, denn es zeigt, daß diese revisionistische Spielart der bürgerlichen Ideologie in der Arbeiterklasse geschlagen werden kann, und zwar heute.“
(aus: Kommunismus und Klassenkampf. Organ des KBW Nr 3/1976, S. 143)

Aufklärung
„Anders als das Naturbedürfnis Essen, das man zur Not auch allein verrichten kann, verlangt die Fortpflanzung das Zusammenwirken von Mann und Weib.“
„Aus dem Umstand, daß die Bourgeoise bislang ihre Kinder im großen und ganzen noch selber machen kann, und zwar mit den gleichen Mitteln und Methoden, die von den Arbeitern angewendet werden, machen die Bourgeois eine Quelle der Gleichheit aller.“
(aus: Kommunismus und Klassenkampf Nr. 3/1976, S. 109)

Erfahrungen mit dem BayHschG
„Weiterhin haben sich die Einflußmöglichkeiten der Studenten … bedeutend erhöht, so daß der Einfluß der Studenten wahrscheinlich sogar gestiegen ist.“
„Das hat zur Folge gehabt, daß wir einige Male uns wichtige Dinge wie zum Beispiel den Erwerb eines Transporters für Studentenumzüge u.ä. (?) nicht durchdrücken konnten.“
(aus: umbits. Zeitung der Uni München 3/1976, Interview mit dem Sprecherratsvorsitzenden Peter „Känguruh“ Koslowski, RCDS)

MSZ 11/76

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Kampf dreier Linien
„Gegen den Kampf an der Seite der Arbeiterklasse stellten die MSB-ASten als alternative Alternative: Wer gegen Mensapreise ist, muß auch für Abrüstung sein.“
Als sie versuchen wollten, sich mit dieser Linie … der sozialimperialistischen Friedens- und Abrüstungskampagne an die Spitze der Demonstration zu setzen, … griffen unsere Genossen sie mit Parolen an.“
„Ein KSB/MLer beschimpfte die Genossen deswegen: Spalter! Spalter!“
(aus: DVD Nr. 5/1976, S. 6: Klare Fronten im Dortmunder Mensaboykott)

Offensive Reiz-Reaktion
„Der AStA ist an der Uni eine nicht mehr wegzudenkende Kraft. Er setzt die Fakten, auf die RCDS-Sprecherrat und Lobo reagieren müssen.“
„Am 19.5. wird die vom AStA einberufene SVV an der LMU in München gesprengt, 497 Studenten vorläufig verhaftet und festgenommen.
(in: Offensiv, Zeitung des SHB München, Nr. 20/1976, S. 3 und 1)

Bescheidenheit
„Gegen die großen Versprechungen in den Wahlprogrammen von SPD, CDU/CSU und FDP stellt die DKP ihre Losung: »Frieden, Freiheit, Sozialismus« … “
(aus: UZ, Zeitung der DKP, vom 4. Juni 1976)

Angeberei
„Nebenbei: die Adressaten des Aktionsbündnisses sind Studenten, die außer Kopf auch Schwanz & Möse u.v.a. mehr haben.“
(aus: Materialien der Basisgruppen Marburg, 1/1976, S. 30)

Probleme des Spontaneismus
„Hier soll wirklich nicht behauptet werden, die Sponti-scene sei durchsichtiger. Jeder, der mal versucht hat, dort Fuß zu fassen, weiß, daß es da fast noch schwieriger ist. Man trifft bei jedem Termin andere Leute, weil die Spontis vor allem ihre Teilnahme an den politischen Terminen sehr spontan entscheiden.“
(aus: Fuzzy. Frankfurter Uni-Zeitung der Spontis, 6/1976, S. 5)

MSZ 12/76

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A dabei!
„… während die Volksmassen einmal in mehreren Jahren entscheiden dürfen, welches Mitglied der herrschenden Klasse das Volk im Parlament niederhalten und zertreten soll.“
„Auch unsere Partei, die KPD, steht in diesem Jahr am 3.10. erstmals für den Bundestag zur Wahl.“
(aus: Dem Volke dienen. Organ des KSV Nr. 6/1976, S. 3)

Produktive Stagnation
„Stagnation und Fäulnis des monopolistischen Kapitalismus / Die Produktion pro Arbeiterstunde steigt beschleunigt.“
(Artikelüberschrift aus: KVZ. Organ des KBW Nr. 37/1976, S. 5)

Non scholae …
„Die Arbeiter ergreifen die Führung im Kampf gegen die bürgerlichen Schulverhältnisse.“
„Sie fordern eine Schule, in der man fürs Arbeiten und fürs Leben lernen kann …“
(Aus: KVZ. Organ des KBW Nr. 37/1976, S. 4)

Natürlich
„In einer Stellungnahme der Naturfreundejugend Deutschlands zu den Bundestagswahlen heißt es u.a.: »Für uns besteht kein Zweifel darüber, daß die Unionsparteien für einen Naturfreund keine wählbaren Parteien sind.«“
(aus: UZ, Zeitung der DKP, vom 17. 9. 1976, S. 6)

Back in the USSR
„Alle Macht in der UdSSR gehört den Werktätigen von Stadt und Land …“
„Die Mitbestimmung der Werktätigen in Betrieb und Gesellschaft ist über die Gewerkschaften gesetzlich garantiert.“
(aus: UZ, Zeitung der DKP, Beilage Nr. 211/1976 UdSSR – wo die Menschenrechte verwirklicht werden“, S. 4 u. 5)

Arbeiterkampf
„Anschließend handelte sich L.P. (Ortssekretär des KBW) noch zwei Ohrfeigen von einem Genossen ein, als er diesen als »schwulen Typen« bezeichnete. Von der Freundin des Genossen bekam L.P. gleich noch eins an die Backe.“
(aus: Arbeiterkampf. Organ des KB Nord Nr. 86/1976, S. 48)

Versäumnisse
„Hamburgs Tierschutzverein läuft Sturm gegen ein pornographisches Kabarett … Dort soll vor Gästen eine Frau mit einem Esel den Geschlechtsverkehr ausführen … Es ist bezeichnend für diese perverse Gesellschaft, daß als erstes der Tierschutzverein gegen diese Schweinerei protestierte!“
(aus: Arbeiterkampf. Organ des KB Nord Nr. 86/1976, S. 10)

MSZ 13/76

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Zur Frauenfrage
„Sollen wir, wenn bekanntlich die neue Gesellschaft bereits im Schoße der alten aufgebaut wird, die Hände in den Schoß legen …?“
„Diese Probleme zeigen klar, daß eine konsequente Interessensvertretung für Studentinnen nur mit den Organen der verfaßten Studentenschaft möglich ist.“
(Erklärung der AStA-Frauengruppe des MSB München in: „unireport“ vom November 1976, S. 2)

Cliquenwirtschaft?
„Die tatsächliche Entwicklung hat nichts mit isolierten Cliquenkämpfen zu tun, wie es die bürgerliche und revisionistische Presse weiszumachen versucht.“
„Deshalb blieb dieser Versuch ein Wunschtraum, deshalb demonstrierten Millionen und Abermillionen ihre Unterstützung für die Beschlüsse des ZK der KPCH und den Genossen Hua Guo Feng, während die Viererclique isoliert blieb.“
(aus: Flugblatt des KSV in Bayern, Anfang November 1976)

Klassencharakter der Orthographie
„… daß neue Technik, neue Maschinen im Kapitalismus so angewand werden, daß sie für die Arbeiterklasse nur potenzieren der Ausbeutung, Steigerung der Arbeitshetze … bedeuten. Viele Studenten reagieren auf diese Wissenschaft, indem sie sie mit Verachtung strafen … Das ist gefährlich.“
(buchstabengetreu in: KHZ, Organ der Münchner KBW-Studenten Nr. 1/WS 1976/77, S. 2, wo sich auch folgende Klage findet: Zwei bis drei Mal muß man im Durchschnitt mansche Berichte nochmal schreiben, bis der Aufpasser im Praktikantenamt zufrieden ist. Man selbst lernt dabei nichts …“)

Mao lebt
„Die Roten Zellen, die 1974 Mao zum Geburtstag gratuliert haben (vgl. MSZ Nr. 1/1974 – Anm. der Red.), würden das heute nicht mehr tun.“
(Ein Redner des KSV auf dem Rote Zellen–Teach In „Die idealistischen Phrasen des modernen Materialismus“ in München am 1.12. 1976)

Probleme des Revisionismus
„Es scheint doch noch zu oft zu sein, daß unsere politische Arbeit Freizeitinitiativen und -aktivitäten stark behindert, wenn nicht gar erschlägt.“
(in: „Rote Blätter“, Organ des MSB Spartakus, Dez. 1976, S. 5)

Treue Leser
„Angesichts der dargestellten Widersprüchlichkeit der Programmatischen Erklärung ist man bezüglich etwaiger AK München-Beiträge durch nichts zu hohen Erwartungen berechtigt.“ (Neue Rheinische Zeitung, Bonn, 4/5, Sept./Okt. 76)

MSZ 14/76

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Neue Partei
„Münchner Mieter brauchen eine Mieterpartei im Rathaus: die DKP.“
(aus: Neues München, Zeitung der DKP, S. 1)

Dialektisches
„Die Studentenbewegung muß gegen den bürgerlichen Staat und von ihm einen Vertrag erkämpfen, deren Inhalt diese Forderung an den Staat ist.“
(aus: KHZ, Organ der Münchner KBW-Studenten, Nr. 3/1976)

Marxismus und Blut
„Theorien über die besondere politische Labilität von Weinbauern lassen sich spätestens nicht mehr halten, seitdem die Bauern von Brokdorf, die von Milchwirtschaft leben und als schwerblütig gelten, mit der gleichen Entschiedenheit gegen den Bau des Kernkraftwerks vor der Haustür vorgehen.“
(aus: Kommunismus und Klassenkampf, Theoretisches Organ des KBW. Nr. 8/1976, S. 340)

Das Letzte von der Viererbande
„Im Eisenbahnwesen hatten die »Linken« ... die Parole propagiert: »Lieber eine sozialistische Vespätung als eine revisionistische Pünktlichkeit.«“
(zitiert nach „Arbeiterkampf“, Nr. 96/1976)

DKP-Vorschlag aufgegriffen!
„Die DKP … schlägt vor: Stundenweise Verkürzung der Arbeitszeit mit vollem Lohnausgleich.“
„Die erste Kabinettssitzung in diesem Jahr hat 4 Minuten gedauert.“
(aus: UZ – Zeitung der DKP vom 7.1.1976, S. 1)

Hier agitiert nur einer!
„Nach einer Mitteilung von Professor Dr. Schiefele haben Sie am 8.12.1976 zwischen 14.15 und etwa 14.45 Uhr diesen daran gehindert, im Hörsaal des Universitäts-Hauptgebäudes seine Vorlesung: »Grundlagen der Didaktik« abzuhalten, indem Sie zusammen mit Herrn (…) das Mikrophon besetzt hielten und für eigene Agitationen benützten.“
(aus einem Brief von Herrn Neufurth, ORR der Uni München vom 28.12. 1976 zur Begründung der Einleitung eines Ordnungsverfahrens gemäß Art. 76 ff. BayHschG)

MSZ 15/77

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„Die Welt ist alles was der Fall ist“
„Skilauf als kommunikatives Ereignis, Übertragung Wittgensteinscher Sprachtheorie für die Ausbildung im Skilaufen“, Referat: Dr. Helmut Diggel, Universität Tübingen …“
(in: „Bremer Universitäts-Zeitung“, Nr. 3/1977. S. 4 Veranstaltungen)

Jahrmarkt der Eitelkeiten
„Zu allem Distanz halten, zu allem aber auch seinen Senf dazugeben: die AK München als kritische Randglosse zur wirklichen Bewegung, das ist Resultat politischer Betätigung, deren treibendes Motiv – nach einem Wort von Marx – allein noch die »Eitelkeit des Subjekts« ist.“
(in: „Rheinische Zeitung Bonn“, 7/8, 1977, S. 21)

Ideologischer Kampf
„Der Begriff »Sowjetmarxismus« spielt eine zentrale Rolle in der antikommunistischen Propaganda.“
„Dieses Bewußtsein und wie es entsteht, ist der Gegenstand, den wir untersuchen: der Sowjetmarxismus.“
(in: „Rheinische Zeitung Bonn“, 7/8, 1977, S. 21)

Potenzstörungen
„Niemand kann permanent mit Einem hoch durch die Lande laufen, und würde er’s doch tun, es wäre ein Symptom. (Vielleicht konnten Frauen deshalb leichter weitermachen.)“
(aus dem Buch der EX-SDSler F. Wolff und E. Windhaus, Studentenbewegung 1967/69, Fftm. 1977)

Fünfte Kolonne
„Die von Kultusminister Maier eingerichteten Betrugsorgane an der Münchner Uni konnten von den Linkskräften erobert werden.“
 (MSB-Sprecher auf einer ASTA-Veranstaltung an der Uni Bremen zum BHG)

Warum die DKP in Marburg Erfolg hatte
„Ernsthafte politische Argumente gegen die DKP hat die SPD nicht. Ich auch nicht. Deshalb wähle ich am 20. März DKP.“
 (in: „Marburger Echo“, DKP-Zeitung vom 26. 2. 77)

Erfolgsrezept
„Das Fundament für alle Erfolge kann nur darin bestehen, daß der harte Kern der Herrschenden mit einer spürbaren Verschärfung der Auseinandersetzung an den Hochschulen beantwortet wird.“
„Die bisher beste Möglichkeit hierzu ist eine breite Selbstanzeigenkampagne.“
(in: „Rote Blätter“ des MSB Spartakus, Nr. 4/1977, S. 28 a und 10)

BevöIkerungspolitik
„Für die Volksmassen steht fest: die sozialen Verhältnisse bestimmen die Zahl der Kinder.“
„Frau D. ist Mutter von neun Kindern. Als Arbeiterin verdient sie sehr wenig.“
(aus: Flugblatt des KBW-Komittees gegen den § 218 in Bielefeld)

MSZ 16/77

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Neues von der neuen Studentenbewegung
„Unsere Politische Antwort …“ kündigt ein Flugblatt des MSB/SHB-AStA-Vereins an der Uni München vom Mai 1977 an, und die sieht dann so aus:
„Deshalb schlagen wir vor, daß der ASTA den bisher am Sprecherratsschalter durchgeführten Service (Kinokartenverkauf, Theaterkarten, Kurzberatung etc.) ab sofort am Mensabüchertisch übernimmt.“

Sozialdemokratische Personalprobleme
„Die Liste fortschrittlicher Sozialdemokraten, SHB-Sympathisanten und Unorganisierten (auch Mitglieder von DFG/VK und GEW) … erhielt 21 Sitze im StuPa, konnte aber nur 11 besetzen.“(aus: „offensiv“, Zeitung des SHB München, Nr.26(1977, S.3)

Der MSB kurz vor dem Ziel
„Er (der MSB Spartakus) ist aber vor allem ein Agent Breschnews und will durch die Novellierung des HRG bessere Mödkhkeiten schaffen, Ausbildung und Wissenschaft nach dem Vorbild des Sozialfaschismus in der DDR und der SU auszurichten.“
(Flugblatt des KSV-Regionalkomitees Nordrhein-Westfalen vom 4.5. 77)

Neues zur Kriegsschuldfrage
„Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg heißt deshalb heute auch für uns: Weg mit dem Hochschulrahmengesetz!“
„Beteiligen wir uns deshalb mit dieser Klarheit an den Streiks und Aktionen gegen das HRG im SS 77!“
(aus: KSZ extra, Organ des KHB München, Mai 1977, S. 8)

Anti-Kriegstraining
.„Soldaten- und Reservistentage am 28. Mai in München, Köln und Hannover. … Wie muß man die Armee zersetzen und wie die Volksbewaffnung durchsetzen?“ fragt der KBW und bietet für München u.a. folgendes Trainingsprogramm: „15.00 Uhr: Völkerball, Tauziehen, Staffellauf, Schlagball … Kulturgruppenwettbewerb, Kettenbrechen.“
(aus: KVZ Nr.19/1977, S.1 und 11)

Philosophie im Alltag
„Daß diese Anschauung der Wirklichkeit entspricht, und auch den Erfahrungen der Volksmassen, zeigen landläufige Sprichwörter, die diese Lehre vom Widerspruch in den Dingen ausdrücken: »Wat den einen sien Uhl, is den annern sien Nachtigall.« oder »Aus Schaden wird man klug.«“
(aus: Flugblatt des KSV Bremen vom April 1977)

Nihilismus
„Die MSZ ist Produkt eines möglicherwehe schon fortgeschrittenen Schwachsinns, der in der absoluten Negation, in zielloser Verneinung eines jeden nur denkbaren Vorgangs im Staat noch einen Sinn sieht.“
(aus: JLUstrativ, Gießener Studentenzeitung, Nr.2/1977, S.25)

MSZ 17/77

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Erfreuliche Übereinstimmung
„Nach den Vorstellungen der DKP sind fernere Voraussetzungen einer Politik der Vollbeschäftigung … staatliche Arbeitsplatzbeschaffungsprogramme (Investitionshilfen mit strikten arbeitsmarktpolitischen Auflagen) …“
„Dann folgen die sattsam bekannten Forderungen der Großindustrie: ... Erhöhung der staatlichen Investitionszuschüsse für die Unternehmen.“
(Aus: „UZ“ vom 10.6.1977, S. 2 und 5)

Erfreulich undogmatisch
„ … wir wollen nicht das bei vielen Basisgruppen und Sponüs übliche Hantieren mit gefühlsbetonten Begriffen wie »Revi«, oder »Reformist« unsererseits mit den gleichen »Waffen« beantworten.“
„Sie lassen sich m.E., als kleinbürgerlich-sektiererische, zum Anarchismus neigende Strömung charakterisieren.“
(Aus: „Rote Blätter“ des MSB Spartakus, Nr. 6/1977, S. 11)

Materialismusdebatte
Zu unserem in der letzten MSZ unter dieser Rubrik abgedruckten Beitrag des KSV („zeigen landläufige Sprichwörter, die diese Lehre vom Widerspruch in den Dingen ausdrücken: »Aus Schaden wird man klug!«“) sandte uns ein aufmerksamer Leser folgende konträre Position ein, die er als Beitrag der vom KSV angeregten philosophischen Diskussion wertet:
„»Wer wagt, gewinnt« heißt es! Doch man sollte sich nicht immer auf die guten alten Volksweisheiten verlassen! Dieselbe Volksweisheit sagt: »Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!« Und daran ist sicher auch was Wahres …“
(in: Die schönsten Geschichten von Donald Duck, Heft 46)

Fruchtbares Seminar
Wir fragen nach dem Niederschlag politisch-ökonomischer und ideologischer Zwänge in der sozio-sexuellen Kommunikation; nach der historischen und gesellschaftlichen Genese und Funktion dieser Zwänge und nach den Möglichkeiten ihrer Überwindung. Dieses Konzept hat Konsequenzen auch für die Gestaltung des Seminars. Die übliche Ausgrenzung der Subjektivität und der Emotionen, die zumeist auch im schulischen Unterricht wiederkehrt, widerspricht gerade unserer Intention, die Einheit von Subjektivität und Objektivität, von Affektivem und Kognitivem auch im sexuellen Lernprozeß wiederherzustellen. Es wäre unfruchtbar(!), gleichsam auf einer Meta-Ebene über Probleme sexueller Emanzipation und Kommunikation zu diskutieren, wenn es nicht gelingt, auch als Seminarteilnehmer miteinander zu kommunizieren. Nur über die primäre (?) Ebene wären Erfahrungsprozesse möglich – die wir doch auch den Schülern ermöglichen (!) wollen. Erst über den Bezug zur eigenen Erfahrung kann Theorie wieder praktisch relevant werden, wie auch die Arbeit an unseren eigenen Problemstellungen durch Theorie angeleitet wird.
Teilnehmerkreis: ab 3. Semester Voraussetzungen für den Erwerb eines Scheines: Referat, Protokoll
Literatur: P. Schneider, Die Sache mit der „Männlichkeit“.
Aus: Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
Sommersemester 1977 der Universität Ffm.

Neueste Enthüllungen
„Marxistische Gruppe – Marxisten?“ fragen sich die Erlangener KBW-Studenten in ihrer „KHZ“vom 7.6. 77 und fordern sich und andere auf:
„Man muß sie bekämpfen. Dazu muß man sie theoretisch schlagen.“ Ein erster Ansatz hierzu sieht dann so aus:
„Diese Schreiber (gemeint ist das MSZ-Kollektiv) sind reaktionäre imperialistische Ideologen. Sie sind die Hinterlassenschaft Marcuses.“

… über die ROTEN ZELLEN …
„Für die AK heißt kommunistische Politik: Kritik durch Verbreitung der Wahrheit. Diese Definition ist neu und auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten. Marx/Engels sahen’s anders …“
(aus: „Rote Eule“ (!). Zeitung der Hochschulgruppe des SB Göttingen, Nr. 2/1977, S. 23 f. )

… und MARXISTISCHE GRUPPEN
„Die »Marxisten« aus München, die sich jeden zweiten Tag in die Mensa mit der Illusion stellen, die Produkte ihrer geistigen Onanie würden die Studenten agitieren …“
(in: „gn“, Zeitung des AStA Uni Göttingen vom 25.5. 77, S. 4)

Non olet
„Inzwischen haben Sie Ihre Praxis, Hörsäle ohne Genehmigung zu okkupieren, in hausrechtswidriger Weise fortgesetzt.“
„Darüber hinaus haben Sie sich geweigert, das für Inanspruchnahme von Hörsälen zu fordernde Nutzungsentgelt zu zahlen …“
(aus einem Schreiben des Präsidenten der Universität München, Nikolaus Lobo Lobhowicz, an den Präsidenten des Vereins zur Förderung des studentischen Pressewesens e.V. vom 10.6. 77)

Historischer Materialismus
„Die dominierende Stellung der Frau als Zentrum und Bezugspunkt der Horde in den frühesten Gesellschaften ergab sich aus einer noch unklaren Rolle des Mannes beim Kinderkriegen.“
„Da die Jagd ... hauptsächlich von Männern betrieben worden war, wurden sie auch Besitzer der Herden. Sie waren im Umgang mit Tieren vertrauter.“
(aus: Selbstverständnis-Broschüre der „AStA-Frauengruppe“ des MSB-Vereins-AStA an der Universität München vom Mai '77)

MSZ 18/77

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Studenten an der Seite der Textilindustrie
„Nie war Gegenöffentlichkeit so wichtig wie in diesem Winter. Darum zieht euch warm an! Nicht nur, weil der Winter kalt wird, sondern weil wir oft hinaus in die Stadt müssen: der Bevölkerung das wahre Gesicht der Studenten zeigen.“
(aus: „Vorwärts mit dem SHB“ (Bielefeld), Nr. 9/1977, S. 1)

Rechtswidriges gegen Krawallmacher
„Ein Universitätsprsäsident kann die Studenten kaum dazu auffordern, möglichst zahlreich an der Urabstimmung teilzunehmen; diese ist ja ebenso rechtswidrig wie der Streik selbst.“
„Dennoch sollte jeder Student mit einigem Verantwortungsbewußtsein überlegen, ob er nicht doch an der Urabstimmung teilnehmen will, um der Öffentlichkeit zu beweisen, daß die überwältigende Mehrheit unserer Studenten keine kommunistischen Krawallmacher sind.“
(aus: Flugblatt des Münchner Universitätspräsidenten Nikolaus „Lobo“ Lobkowicz vom 16.11. 77)

Vom „geistigen Nährboden des Terrorismus“
„Drittens schließlich sollten diejenigen, die lernen wollen, da sein und sich wehren. wenn die Störer kommen.“
(Lobkowicz, op. cit.)

Für kostenlose ideologische Verkrüppelung!
„Die Lernmittelfreiheit besteht also im Kern aus einer Zwangsverordnung, mit der sich die Bourgeoisie das Recht verschafft hat, alle Mittel zur Unterdrückung und ideologischen Indoktrination der Schüler anzuwenden … “
„Wir unterstützen den Kampf für Lernmittelfreiheit und kostenlosen Schulunterricht.“
„Die Schule ist kein Ort der Ausbildung, sondem ein Ort der Unterdrückung, dessen Zweck ideologische Verkrüppelung und billige Lohnaklaven zu züchten, ist.“
(aus: KVZ, Extrablatt in der Ausgabe Süd des KBW-Organs, S. 2 u. 1)

Abgrenzung
„Der Zirkel »EINFÜHRUNG IN DIE POLITISCHE ÖKONOMIE DES KAPITALISMUS« ist für ein Semester konzipiert und darf nicht mit der Kapitalschulung verwechselt werden.“
(in: „Schulungsprogramm des MSB-München für das WS 77/78)

Realer Sozialismus
„Provokativ hat das Unternehmenssprachrohr Handelsblatt geschrieben: Bei den Tarifverhandlungen 1978 »kann es keine 5 vor dem Komma gebem! und daß das Tarifergebnis eher eine 3 als eine 4 vor dem Komma haben müsse.«“
„Übrigens: Die Löhne wachsen bei uns jährlich um 3 bis 5 Prozent, ohne daß unsere Arbeiter dafür streiken müssen.“
(aus: „UZ – Zeitung der DKP“ vom 11.11. 1977, S. 2, und der Oberbürgermeister von Berlin, DDR, in: .„Neues München – Zeitung der DKP“, Nr. 11/1977, S. 5)

Vorneverteidigung
„Die Linke in der Gegenoffensive.“
„Ausdruck davon ist ... die Erklärung von 12 niedersächsischen Professoren, die das ihnen aufgezwungene Treuebekenntnis öffentlich als Demütigung brandmarkten.“
(aus: „Arbeiterkampf“, Zeitung des KB, Nr. 117/1977, S. 1)

Quod licet jovi, non licet bovi I
„Die »Vertiefung« der Stalin-Kritik läuft darauf hinaus, letztlich in der Theorie, im Geistigen, die Wurzel des Problems zu sehen. Das ist allerdings eine idealistische Position.“
„Vielmehr führte das ... zufällige Zusammenwirken ungünstiger Faktoren ... dazu, daß im Überbau der UdSSR (selbstverständlich mit Folgen für die Basis) dem Sozialismus fremde, ihm widersprechende Momente entstehen konnten.“
(R. Steigerwald in den „Marxistischen Blättern“ Nr. 5/1977, S. 59 u. 56)

Quod licet jovi, non licet bovi II
„ … ein Signal für alle Demokraten, sich verstärkt mit der politischen Entwicklung in der BRD auseinanderzusetzen, die Praxis eines Rechtsstaates zu überprüfen, der sich im Grundgesetz und UN-Charta … verpflichtet hat. die Menschenrechte zu schützen und zur obersten Richtschnur seines Handelns zu machen.“
„Diese Version von Verfassungsversständnis läuft auf die Pointe hinaus, die Verfassngswirklichkeit der BRD für verfassungsfeindlich zu erklären … “
(aus: „Rheinische Zeitung“', Nr. 12/1977, S. 5 & 15)

Einheitsfront von oben und unten
„Da alle Lehrpersonen verpflichtet sind, auch in der Streikwoche ihre Lehmeranstaltungen abzuhalten, sollten diejenigen Studierenden, welche den Streik nicht bejahen, sich mit den Hochschullehrern und Assistenten solididarisch zeigen.“
„Bestimmend ist das Anliegen des gemeinsamen Handelns von Studenten und Hochschullehrern. Dies wird in allen Erklärungen von Lehrenden und Lernenden betont.“
(aus: Lobkowicz, op. cit. und „Rote Blätter“ des MSB Spartakus, Nr. 11 / 1977, S. 13)

Unsozial aber zweckmäßig
„Beim Eintopf gibt es keinen Nachschlag mehr. Eine gegenüber denen, die wirklich knausern müssen, sehr unsoziale Maßnahme.“
„Übrigens befinden sich direkt gegenüber der Mensa die Toiletten.“
(aus: Liberal Joumal des LHV. Nr. 15/1977, S. 3)

Selbstentlarvung
Filbinger … gibt freimütig und frech zu, daß er gegen RCDS-ASten nichts habe.“
(in: Flugblatt der Bielefelder Juso-HG vom Oktober 1977)

MSZ 20/77

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Das schönste Streikflugblatt
stammt von der Gruppe 03 des Marburger MSB, erschienen am 23.11.77 unter der. Fragestellung „Warum streiken?“ Hier das Beste daraus:
„Bei aller Geschäftigkeit und teilweisen Hektik dürfen wir jedoch eine Frage nicht aus dem Blickfeld verlieren, mit welchem Ziel wird gekämpft?“
„Die ganze Kraft der demokratüchen Studentenbewegung der Bundeaepublik wird in die Waagschale geworfen … Bundesweit wird die Kraft entwickelt werden müssen, um den rollenden Zug der Entrechtung“ (Krollmann: I’m a train, I’m a train, I’m a chicka train …) „aufzuhalten. Die Herrschenden, die bekanntermaßen den hochorganisierten Staasapparat zur Verfügung haben, um ihre Ziele durchzusetzen, können nur aufgehalten werden  durch eine hochorganisierte und bewußte Studentenschaft …“
„ln diesen 14 Tagen nach Hause zu fahren, den Streik zu verschlafen, sich zurückzuziehen, Urlaub zu machen, das heißt sich selbst zu degradieren – zu einer armseligen Duckmaus!“
„Es wird eine Aufgabe der Wachsamkeit, Umsicht und Vorsicht sein … mit Schwankenden, die von der Demagogie des RCDS und dem Zynismus der Rotz verwirrt sind, sachliche Auseinandersetzung zu führen …“
„Dieser bundesweite Streik wird viel Kraft kosten und die Frage, ob sich dieser Kraftaufwand lohnt, steht zu Recht.“
„Das klingt noch relativ unkonkret“ weshalb man
„Bei aller Geschäftigkeit und teilwesen …“ (lies weiter wie oben!)

Also sprach Zarathustra
„Der orakelnde MG-Schreiber verbleibt in der Vogelperspektive uneinholbarer Genialität als ein abstraktes nebulöses Ich. Der MG-Schreiber ist der prototypische bürgerliche Individualist – auf den ewigen Gipfeln der realitätsfernen Abstraktion bzw. im Schoße einer insularen Gruppenidentität. Ein möchte-gern-Zanthustra-Nietzsche als Wegweiser der Arbeiterbewegung.“
(aus: „offensiv“, Zeitung des SHB Marburg, Dez. 1977, S. 2)

Gelobt sei, was hart macht
„Es genügt nicht, die Dinge zu beschreiben – es kömmt darauf an, sie zu veändern.“
„Wer zum ersten Mal sieht, unter welchen Bedingungen wohl mich diesmal die Wahlen" (zum Vereins-AStA) „durchgeführt werden, wird nicht schlecht staunen: Frost, Kälte, Wind und Wetter trotzend werden frierende Wahlhelfer an den U-Bahn Eingängen stehen.“
(in: „offensiv“ des SHB München, Nr. 31/78, S. 1)

Gesinnungsschnüffelei
Wie weit es in diesem Lande schon wieder gekommen ist, entnehmen wir einer Annonce im „Marburger Echo – Zeitung der DKP für Marburg“, Nr. 22/1977:

LADA-Werkstatt

im fränkischen Raum sucht zuverlässigen Kfz-Meister oder Kfz-Mechaniker.

In seiner politischen Gesinnung sollte er fortschrittlich eingestellt sein.

Bei Wohnungswechsel wird Hilfe angeboten.

Bewerbungen an die Anzeigenverwaltung Plambeck & Co, Druck u. Verlag, PF 920, 4040 Neuss/Rh., Chiffre-Nr. 0115/77.

 

Unerhört!
„Die Diffamierung der VDS als kommunistisch unterwanderte Minderheit.“ (Spartakist H. Kanand in: Rote Blätter“ Nr. 1/1978, S. 13)

Bündnispolitik
,.Dieses Urteil wurde vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt: Uns steht ein Essensgeldzuschuß … zu!“
„Aus dem Kampf um unser Essensgeld haben wir gelernt: daß Solidarität von Bündniskräften angestrebt werden muß.“ (in: „Rote Blätter“, Nr. 1/1978, S. 49)

Showdown am Nil
„Schmidt unter Pyramiden – An Ägypten hat sich schon mancher Imperialist die Zähne ausgebissen.“ (Schlagzeile in der KVZ des KBW, Nr. 1/1978, S. 3)

MSZ 21/78

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Und bist du nicht willig ...
„Und klar ist auch, daß die Studentenmassen die Kritik an dieser Wissenschaft zu führen und sie mit den Kämpfen der Arbeiterklasse und der Volksmassen gegen die Maßnahmen der herrschenden Klasse verbinden müssen. Sonst werden sie gezwungen, diese reaktionäre Politik zu machen.“
(aus: KHZ der Münchener KBW-Studenten, Februar 1978, S. 2)

Das Sein schlägt das Bewußtsein
„Liebe Freunde, ich hatte das Abonnement MSZ bereits schon mal gekündigt. Dies wiederhole ich hiermit! Zum Jahresende 1978! Ich habe weder Zeit noch Interesse, mich mit den hochtheoretischen, alles kritisierenden Artikeln auseinanderzusetzens, seit ich in der Praxis stehe.“
(aus: Kündigungspostkarte der MSZ-Abonnentin G.F. vom 5.2. 1978)

Liberalismus
„Lobkowicz meinte weiter, er habe weder ein Recht noch ein Interesse daran,  kommunistische Studenten aus der Universität zu drängen. Es ginge ihm vielmehr darum, diese Gruppen an einem organisierten Auftreten in der Hochschule zu entmutigen.“
(aus: „Münchner Merkur“ vom 22.3. 1978)

Reverenzen
„Die Gefährlichkeit gerade dieser Gruppe bestehe in ihrer straffen Organisation, gepaart mit intenellektueller Brillianz. Gerade die Intellektualität mache die Attraktivität der Roten Zellen aus.“
„Rektor Wittkowski sieht die neuen Leute als Vertreter eines »Katheder-Marxismus mit elitären Zügen«. Ihre Basis setze sich aus »sehr alten Studenten« wie Doktoranden zusammen, die über einen gewissen Bildungsvorsprung und über »sehr viel Geld« verfügen.“ (aus Urteilen des Münchener Universitätspräsidenten Nikolaus „Lobo“ Lobhowicz, a.a.O. und des Bremer Rektors Wittkowski in der FAZ vom 7.2. 1978)

Mit freundlichen Grüßen
„Wir fordem Sie als Verhandlungsführer der Kapitalisten auf, ein Angebot zu machen, was mindestens 8 % auf den Facharbeiterecklohn betragen muß.“ (aus: Brief der KBW-Studentengruppen „an den Arbeitgeberverband Gesamtmetall z.H. Herrn Dürr“ vorgelegt als Antrag auf der 3. o. MV der VDS)

Massenlinie
„Angesichts der großen Beliebtheit des gemeinsamen Singens fortschrittlicher Lieder bei vielen Studenten kann dazu auch die Bildung einer Songgruppe gehören.“
„Eine Aufgabe aller unserer Gruppen … ist die Aufrechterhaltung der baden-württembergischen ASten und die Durchführung von Spendensammlungen zu ihrer Unterstützung durch Verkauf der VDS-Solidaritätspostkarten, von badischem Wein und Brezeln.“
„Solche Versuche werden – ähnlich wie die rechter Gruppierungen, die die Fiktion einer unpolitischen … Interessenvertretung propagieren – früher oder später an den gesellschaftlichen Realitäten scheitern.“
(Worte der Vorsitzenden Beate Landefeld auf der 3. MSB-Bundesvorstandssitzung, Februar 1978. Abgedruckt in den „Roten Blättern“ vom April 1978)

Langwierige Mauschelei
„Dieser ASTA wurde vor allem vom RCDS und der Rotz (= MG Marburg) als Produkt machtgierigen Opportunismus und Mauschelei denunziert.“
„Tatsächlich bedurfte es langwieriger Verhandlungen, bis dieser ASTA gewählt wurde.“ (aus: „asta-info“ des Marburger MSB/SHB/Juso-AStA vom 14.2. 1978, S. 4)

MSZ 22/78

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Aber in netter Form!
„Schluß mit der Folter in Tunesien!“
,.Schreibt in höflicher Form an den Präsidenten Bourgiba – am besten in Französisch oder Englisch. ... Weist ihn darauf hin, daß auch Tunesien der UN-Menschenrechtskonvention beigetreten ist.“ (aus: „lili-Press“ des LHV-Bayern, Nr. 5/1978, S. 3)

Sprößlinge derselben ...
(Die bislang wahrlich umwerfendste Entlarvung der MARXISTISCHEN GRUPPEN hat die DKP-Hochschulgruppe zu Bremen in einem „Extra“-Blatt ihres „Kommunist“ vorgelegt. Hier das Schönste über „Das gebrochene Verhältnis der Marxistischen Gruppe zu den Gewerkschaften!“:)
„Diese einseitige Beurteilung durch die MG besteht darin, daß sie lediglich das zugrundelegt, was in einer bestimmten konkreten Situation vorhanden ist, also völlig unhistorisch bleibt und die Dialektik von Vergangenheit, Gegenwart und zukünftigen Entwicklungen ganz und gar herausläßt.
Nun ist es aber so, daß gerade Marxisten ihre Lehren und Erkenntnisse historisch und materialistisch aufbauen und gerade der dialektüchen Entwicklung aller Dinge die entscheidende Bedeutung beimessen … Läßt man die Kategorien aus seinem Denken heraus, so kann man folglich kein Marxist sein. Da das die »Marxistische« Gruppe aber macht – und genau dies nämlich – handelt es sich folglich um keine Marxisten und da befinden sie sich in der Gesellschaft vieler anderer, nur etwas bourgeoiser.
Die Gewerkschaften in der Bundesrepublik sind zunächst also das Produkt einer Entwicklung in diesem Land und das ist immerhin ein kapitalistisches Land und war bis zu dieser Stunde nichts anderes gewesen.
Würde dieses Wirtschafts- und damit Gesellschaftssystem funktionieren und die bestmögliche Versorgung seiner Menschen sichern, würde keine Veranlassung bestehen, es zu verändern.
Das sind auch die Forderungen der Kapitalistenklasse. Die »Marxistische« Gruppe steht diesen opportun gegenüber. Schließlich sind dies im allgemeinen Sprößinge derselben.“

Kraft durch Freude
„Die Lebensfreude, auf die wir alle ein Recht haben wollen wir auf diesem Festival voll auskosten.“
„Das umfangreiche kulturelle. politische und sportliche Programm bietet insgesamt einige hundert Stunden Unterhaltung.“
„Was die Kommunisten mit unserer Republik vorhaben ... darüber können an den DKP-Vorsitzenden Herbert Mies Fragen gestellt werden. Achtung: bei Antworten, die länger als fünf Minuten dauern, leuchtet als Signal eine rote (!) Lampe auf.“
„Ein Festival auch der Kinder, deren Wünsche und Zukunft wir gemeinsam mit den Jungen Pionieren … so ernst nehmen, daß wir ihnen viele fröhliche Stunden bereiten wollen.“
„Und es ist nicht der kulturelle Zuckerguß über knallharte Politik, ist nicht Fete mit politischem Beiwerk.“
(aus: „Rote Blätter“ des MSB Spartakus Nr. 5/1978, S. 37, worin für das MSB/SDAJ „Festival der Jugend '78“geworben wird.)

Hinreichend qualifiziert
„In diesem Buch werden die Triebkräfte des heftig entbrannten Kampfes um die Meeresschätze ... dargestellt. Der Autor geht dabei von den Interessen des internationalen Proletariats aus.“
„Der Autor stützt sich in einer materialreichen Darstellung auf seine Tätigkeit als Diplom-Ozeanograph und Doktor der Naturwissenschaften u.a. an der Ozeanographischen Forschungsanstalt der Bundeswehr in Kiel …“
(aus: „Kommunismus und Klassenkampf“ des KBW, Nr. 511978, S. 192)

Entweder – oder?
„Ich fürchte, daß es nicht ganz zur moralischen Erneuerung beiträgt, daß zwar ein SPD-Mitglied, das früher einmal einen Büchertisch der sozialdemokratischen Hochschulbundes betreute, nicht Assessorin werden kann, daß aber jemand Ministerpräsident werden kann, der mit solch einer Last (Filbingers nationalsozialistische Richtervergangenheit) zu leben hat.“ (SPD-Fraktionschef Eppier)
„Wer heute nicht will, daß junge Menschen wegen früherer APO-Aktivitäten oder Teilnahme an Demonstrationen vom Staatsdienst ferngehalten werden, der darf auch bewährten Beamten nicht jene Schriften vorhalten, die sie vor 40 Jahren als Jugendliche verfaßt haben.“ (Hessischer Sozialminister Clauss, SPD zum Fall Puvogel)

Sozialistische Berufsperspektive
„Betriebswirt, unorgansierter Linker, Anfang 30, durch mehrjährige Tätigkeit in der »freien Wirtschaft« frustriert, sucht Arbeit in linkem Betrieb, Organisation etc. Anfragen unter Chiffre … an Sozialistisches Büro.“ (in: „links“, Zeitung des SB, Nr. 99/1978, S. 27)

Neuer Bündnispartner Bundespost
„Aktionsschwerpunkt im SS 1978.“
„Nur wenn wir gemeinsam handeln, wird es um gelingen, Pflöcke zu rammen gegen die Reaktion.“
„Die bayerische Landesasten(e.V.)konferenz ruft die Studenten auf ... ihre Forderungen nach Novellierung des HRG auf tausenden von Postkarten an den bayerischen Landtag zu manifestieren.“ (aus: „offensiv“ des SHB München, Nr. 3311978)

Rot Front!
„lmmer mehr Polizei ist in den Stadien gegen »Rowdies« nötig und im Stadion wird die Staatsmacht verhöhnt. So ist z.B. in München von mühsam durch die Bourgeois aufgebauten »Fan-Clubs« gerufen worden: „Es lebe die RAF!“ und gegen die Ordner haben sich die Anhänger von 1860, Bayern und KBW zusammengeschlossen.“ (aus: KSZ-Nordostniedersachsen des KBW, Nr. 18/1978, S. 4)

MSZ 23/78

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Zur Schichtenlage der Intelligenz
„Als Intelligenz wird jene soziale Gruppe (Schicht) bezeichnet, die überwiegend geistige Arbeit verrichtet (Voraussetzung in der Regel Abitur und Examen). Teilen der Intelligenz ist es möglich, in die Auseinandersetzungen von Kapital und Arbeit dadurch einzugreifen, daß sie aufgrund ihrer Ausbildung theoretische Kenntnisse an die Arbeiter vermitteln können, und so dazu beitragen können, daß die Lohnabhängigen ihre Zwangssituation besser erkennen können.“
„Es wurde versucht, zu belegen, daß die reaktionären Kräfte in unserem Land eine Hauptbastion in den Hochschulen hatten und noch haben.“
(aus: „offensiv“ des SHB München, Nr. 34/1978, S. 1)

Unerwarteter Erfolg
„In einem wesentlichen Punkt ist man auf die Forderungen von Studenten, DGB und GEW eingegangen: Die Einführung der Verfaßten Studentenschaften wurde ebenso verweigert, wie die paritätische Besetzung der Gremien.“
(aus: "offensiv", loc.cit.)

Marxistisch-leninistische Zehnfingerrevolution
„Zehnfingerschreiben, Rechner-bedienen-Können, das Redaktron beherrschen, nach und nach einen Stamm von Setzern und Druckern ausbilden, zu dem auch Teile der Leitung gehören, all das sind Fertigkeiten, die Revolutionäre haben müssen, die heute den bewaffneten Aufstand vorbereiten wollen, um nach dem Sturz der Bourgeoisie den Sozialismus aufzubauen.“
„All dies kann für die Revolution nur fruchten, wenn diese Anstrengungen durch den Marxismus-Leninismus geleitet werden.“
(aus: „Kommunismus und Klassenkampf“ des KBW, Nr. 6/1978, S. 247)

Eindeutige Urteile
„Die Schüler sollen sich hinter die Ohren schreiben daß richtige mathematische Schlüsse wie 2 x 2 = 8 kein Anlaß sind, auch anderswo rationell vorzugehen und auf eindeutigen Urteilen zu bestehen.“ (in: MSZ-Flugblatt Pädagogik „Die Menschwerdung des Menschen 2“, S. 3)

Prinzipiell taktisch
„Wie steht denn nun der MSB zur Frauenfrage? Haben wir ein taktisches oder ein prinzipielles Verhältnis dazu?“
„Wir unterstützen das Programm, das mft der ASTA-Frauengruppe ausgearbeitet wurde und folgende Schwerpunkte enthält: Frau und Wissenschaft. Frau und Rechtsentwicklung ... Frau und Kind.“
(aus: „Impulse“ des MSB Marburg vom 19.4.78, S. 1 und 2)

Solidarität mit dem argentinischen Volk
„Immer mehr Menschen erkennen, daß hier der grüne Rasen benutzt werden soll, um die Abgründe von Menschenverachtung, von Terror und Folter zu kaschieren.“
„Argentinien, Argentinien! – Diesen Aufeuerungsruf der argentinischen Schlachtenbummler werden bald Millionen am Fernsehschirm miterleben können.“
(aus: „Der Vulkan“, Bremer Betriebszeitung der KPD vom 1.6.1978, S. 4)

Kommunismus und Klassenkampf
„Veranstaltung zur Geschichte der Klassenkämpfe: Der Münchner Bieraufstand 1843.“ (aus: KVZ des KBW, Südbayernteil)

Entschieden demokratisch
„Dieser Artikel soll beileibe nicht ein Plädoyer für das Ordnungsrecht sein.“
„Jetzt werden natürlich viele fragen, was mit Leuten passieren soll, die unentwegt stören ... Wenn man hier die Strafgesetze voll ausschöpft, könnte diesem Problem auch abgeholfen werden.“
(aus: „Uni-Uhu“ des RCDS-München, Juni/1978, S. 5)

MSZ 24/78

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Antiimperialistischer Kampf I
„Die Unabhängigkeitsfeier wurde zur Blamage für die koloniale Arroganz Großbritanniens. Staatschef Lauti hatte das Angebot eines Staatsautos als Unabhängigkeitsgeschenk abgelehnt und stattdessen um Fahrräder gebeten.“
(Die KVZ Nr. 41/1978 des KBW über die Unabhängigkeit der Ellice-lnseln, neuerdings Tuvalu, S. 1)

Antiimperialistischer Kampf II
„»Die Massen werden beim Konklave anwesend sein«, hat der afrikanische Kardinal Gantin gesagt, und das ist den meisten Papstwählern gar nicht recht, denn es engt die Auswahl ein.“
(loc. cit., S. 6)

Antiimperialistischer Kampf III
„Übungstermin des Spielmannszuges Bremen-Unterweser … Tagungsordnung: Vorbereitung auf die Musiktage in Westberlin, üben, speziell für die Aktion gegen die US-Truppen in Garlstedt.“
(aus: „KVZ“ des KSB-Unterweser, Nr. 14/1978, S. 6)

Im Gegenteil
„Pausenlos wird die Lüge verbreitet, Kommunisten als Lehrer würden Kinder »indoktrinieren«. Beweise dafür gibt es keinen einzigen. Im Gegenteil.“
(aus: „UZ – Zeitung der DKP“, Nr. 232/1978, S. 1)

Lagebesprechung
„Unsere Einschätzung der Situation besagt nicht, daß die Lage schlecht, mittelschlecht oder ziemlich schlecht ist, sondern wir haben festgestellt, daß die Arbeiterbewegung eine Niederlage erlitten hat, weil die Marxisten-Leninisten hinter den Anforderungen der Massenbewegung hinterhergehinkt sind und sie deshalb nicht zu einschneidenden Erfolgen im Klassenkampf führen konnten. Die Lage ist gefährlich und kompliziert, aber überhaupt nicht schlecht.“
(Joscha Schmierer vor der IV. ordentlichen Delegiertenkonferenz des KBW, „Kommunismus und Klassenkampf“ 10/10)
„Die gegenwärtige Weltlage ist außerordentlich gut, nicht aber halbwegs gut oder nur etwas gut.“
(Hua Guo-Feng vor dem XL Parteitag der KP Chinas)
„Die Lage ist kompliziert und sehr ernst.“
(Helmut Kohl nach der Hessenwahl im Fernsehen)

Der weibliche Mensch als Ganzer
(Den Preis für das schönste Flugblatt verdient diesmal die Kommilitonin Brigitte Müller von der Grundeinheit O3 der DKP-Hochschulgruppe Marburg. Ihr Werk erschien mit Bild anläßlich des hessischen Landtagswahlkampfs)
„In der Frau muß in den ganzen Menschen sehen!“
(Überschrift)
„Viele meiner Kommilitonen wissen, daß ich in der DKP und in der AStA-Frauengruppe bin.“
„Wo bleiben da die persönlichen Bedürfnisse, unsere persönlichen Probleme als Frauen? … Welche Studentin kennt nicht den bitteren Geschmack, wenn es in der Beziehung mit einem Freund kriselt und kracht!“
„Wie will man sich als Frau entfalten, wenn Arbeitslosigkeit ... einen an den Herd fesselt? ... Wo soll das, was wir heute schon erreicht haben, bleiben, ohne dauerhaften Frieden?“
„Aber deswegen heißt es bei um noch lange nicht, »Nuancen sind Krampf im Klassenkampf«. GANZ IM GEGENTEIL! Im Sommer hatten wir z.B. in der UZ (= Organ der DKP) eine Diskussionstribüne über Ehe, Familie, Treue und Sex. Ich fand das im wahrsten Sinne des Wortes einmalig!“
„Ich glaube, es ist klar geworden, was ich sagen wollte: Frauenpolitik ist keine rein geschlechtsspezifische Angelegenheit, sondern ein harter Kampf.“
„Nur die Frau, die DKP wählt, verteidigt ihre Reche!“

Die Faust auf dem Tisch
„Eigentlich müßte man bei der Landtagwahl richtig mit der Faust draufhauen!“ sagte kürzlich ein junger Arbeiter am Informationsstand zu mir. »Also willst du zu uns, die DKP wählen?« frage ich zurück.“
„Die Faust liegt auf dem Tisch, wenn man am 8. Oktober sein Kreuz bei der Liste 4 – DKP – macht.“
(„Marburger Echo“ der DKP, Nr. 18/1978, S. 2)

Entwicklungshilfe
„Die »Roten Blätter« halte ich eh bei uns in Kanada für sehr wichtig, denn gerade hier ist die fortschrittliche Studentenbewegung schon längere Zeit gründlich verfallen.“
(aus: „Rote Blätter“ des MSB, Nr., 7-8/1978, Seite 4)

Wie sag ich’s meinem Kinde I
„Wird es jemals gelingen, nachwachsenden Generationen überzeugend klarzumachen, daß gerade das Unvollkommene, das ständige In-Frage-Stellen … das Großartige an unserer Staatsform ist?“
 (Wolf Heckmann in der „Abendzeitung“ vom 7. Sept. 1978)

Wie sag ich’s meinem Kinde II
„Das schiefe Bild der Schulbücher … Der Arbeiter arbeitet, der Student studiert, der Chef scheffelt. So verzerrt zeigen viele deutsche Schulbücher die Welt.“
(aus: „Bildzeitung“ vom 2.9.1978, Seite 2)

MSZ 25/78

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Radikal
„Endgültig Schluß zu machen mit dem Faschismus heißt, seine Ursachen beseitigen.“
„Höchststrafe für die Schlägerbande Kerscher, Amelung und Co! … Weg mit den Anschlagtafeln der Danubia im Hauptgebäude!“
(aus: Flugblatt des KHB München vom Nov. 1978, S. 3 u. 4)

Schwejks Verstoß gegen die Drei-Welten-Theorie
„Schwejks Seufzer, als er wegen Desertation hingerichtet werden soll, »Kugel ist Kugel«, egal ob russische oder österreichische, beruht auch auf einem Irrtum. Die Kugeln, mit denen die Imperialisten die Völker niedergemäht haben, sind andere, als die, die sie selbst abbekommen werden.“
(aus: KVZ des KBW Ausg. Hamburg-Unterelbe, Nr. 19/1978, S. 6)

Wer andern eine Grube gräbt …
„Da der MSB aber, wie es scheint, kein Interesse an gestiegenen Wahlbeteiligungen hat, wies er die Überlegungen der ADU/SLH zusammen mit der Rotz-Destruktionsmaschine diskussionslos zurück. Allerdings erlitt auch der MSB am Ende der VV eine Niederlage, als diesmal seine Resolution … von den Rotzern überrollt wurde.“
(in: Flugblatt des SLH-Marburg vom November 1978 über eine Studenten-VV mit MG-Mehrheit)

Was denn nun?
„Zeigen wir, daß Franke sein BHG auch nach einem Jahr noch nicht durchgesetzt hat und auch nicht durchsetzen wird!“
„Ein Jahr BHG ist genug!“
(aus: Flugblatt des GO/Juso-AStA der Uni Bremen vom November 1978)

Hexeneinmaleins
„ … würden wir auch gerne über unseren Bewußtwerdungsprozeß als Frau sprechen und was wir selber mit unserer Geschichte verbinden.“
„Wir konnten in diesem Zusammenhang auch ein paar Texte über Frauengeschichte lesen (z.B. über Hexen, was wir von den Hexen lernen können in Bezug auf Gesundheit und Kräuter).“
(in: Gründungsflugblatt der „Neuen Historikerinnen-Gruppe" an der Uni Marburg vom November 1978)

Angebot und Nachfrage
„Abgesehen davon, daß die Bücher zur Konkurrenz, vom Staat und vom Weltmarkt gegen Voreinsendung von DM 30. in Briefmarken bei Robert Watussi erhältlich sind … “
(aus: MSZ Nr. 16/1977, S. 16)
„An die MHB, Gesellschaft für Druck und Vertrieb!
... des weiteren hätte ich gerne gewußt, über welche Adresse die in der MSZ Nr. 16/1977 genannten Bücher zur Konkurrenz, zum Staat und zum Weltmarkt bei Robert Watussi erhältlich sind.
Mit freundlichen Grüßen
(in: Postkarte vom 29.11.78 von Manfred F. aus Bremen)
„Herrn Manfred F.,
müssen wir Ihnen leider mitteilen, daß wir nach nochmaliger Durchsicht die Publikationen des inzwischen verstorbenen R. Watussi aus unserem Sortiment gestrichen haben. Nach unseren Informationen hat sich der Verlag Resultate GmbH entschlossen, die von Ihnen gewünschten Bände bei genügend Subskriptionen neu auf eigene Verantwortung herauszugeben. Wir bitten Sie, die diesbezüglichen Verlagsanzeigen in der MSZ zu beachten.
Mit freundlichen Grüßen
MHB München.“
(aus: Antwort der MHB vom 30. 11. 1978)

Probleme des Klassenkampfs
(Das Verdienst, den nachhaltigsten Finger auf die Wunde gelegt zu haben, kommt diesen Monat eindeutig dem KB in seinem „Arbeiterkampf“ zu: in Nr. 141/1978 auf S. 17 f. nehmen „schwule Genossen“ nebst einem Redakteur zu einer brennenden Frage des Klassenkampfs Stellung. Wir zitieren wahllos daraus:)
„Da Engels über keinen materialistischen Ansatz in der Schwulenfrage verfügte ... möchten wir (dies) zum Anlaß nehmen und angesichts des opportunistischen Schweigens unsere Frage auf den Punkt bringen: Was habt ihr gegen den Analverkehr? Laßt doch mal eure Widersprüche raus! Unter Sozialisten liegt die Frage seit über 100 Jahren ungeklärt auf dem Tisch und selbst ein uns so nahestehender Genosse wie Friedrich Engels hatte da seine Schwierigkeiten.“
„Wenn die Frauen die Parole aufstellen »Mein Bauch gehört mir!“, dann stellen wir die Forderung auf: »Unser Arsch gehört uns!« und kämpfen zusammen mit den Frauen ... Wir machen mit unserem Arsch das, was uns Spaß macht …“
„… müßte man tatsächlich annehmen, daß die Genossen an diesem Punkt massiven Anmachen ausgesetzt sind. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen, zumal ich aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle gehört habe, daß es sogar unter unseren Heteros leibhaftige Arschficker geben soll.“
„Es scheint mir verfehlt, »Leder-Schwule« und Liebhaber sadistischer »Sexual«praktiken auf eine Stufe mit anderen Homosexuellen zu stellen und die Bildung einer gemeinsamen Kampffront zu fordern, wie es der Genosse aus Münster anscheinend tut.“
Nachtrag:
„Die Päderasten fangen an, sich zu zählen und finden, daß sie eine Macht im Staate bilden. Nur die Organisation fehlte, aber hiernach scheint sie bereits im Geheimen zu bestehen. Und da sie ja in allen alten und selbst neuen Parteien, von Rösing bis Schweitzer, so bedeutende Männer zählen, kann ihnen der Sieg nicht ausbleiben. »Guerre aux cons, paix trous-de-cul« (Krieg den Votzen, Friede den Arschlöchern) wird es heißen. Es ist nur ein Glück, daß wir persönlich zu alt sind, als daß wir noch beim Sieg dieser Partei fürchten müßten, den Siegern körperlich Tribut zahlen zu müssen. Aber die junge Generation! Übrigens auch nur in Deutschland möglich, daß so ein Bursche auftritt, die Schweinerei in eine Theorie umzusetzen und einladet: introite …“ (MEW, Band 32, S. 324 f., Engels an Marx)

Internationale gegen HRG
„Unsere allererste Aufgabe im Kampf gegen Rechts … ist der Kampf für die Novellierung des HRG als ein erstes Etappenziel. Dies ist zugleich der effektivste Beitrag, den wir als Studenten gegen die internationale Reaktion leisten können!“
„Das Ergebnis der VV war, daß keine Beschlüsse über unseren eigenen Interessenkampf gefaßt werden konnten.“
Der Schah jedenfalls kann sich über die letzte Uni-VV freuen.“
(aus: Flugblatt des SHB über eine Uni-VV in Bremen, die das HRG-Aktionsprogramm von MSB/SHB ablehnte und einer Iran-Resolution der MG zustimmte. November 1978)

Ende einer Karriere?
„Obwohl Lobkowicz dem Marxismus ... sein reichlich Brot verdankt, es ohne den Marxismus schlechterdings unmöglich wäre, daß ein unhabilitierter Pamphletist mit geringem wissenschaftlichen Hintergrund, aber umso besseren Verfassungsschutzbeziehungen Ordinarius und schließlich sogar Universitätspräsident werden konnte, ist Lobkowicz rechtsradikaler Traum die Ausrottung des Marxismus, da er anders mit dieser wissenschaftlichen Theorie und sozialen Bewegungen nicht fertigwerden kann.“
(aus: Flugblatt des MSB-München vom Oktober 1978)

Revolutionäres Studium
„Am nächsten Tag, Mittwoch den 8. 11., gehen die revolutionären Studenten unseres Fachbereiches zum »Exzerpieren« vor der Tür von Fischer-Appelt, daß die Fetzen fliegen. Wir überreichen ihm nebenbei die Unterschriften unter die Protestresolution gegen die Bibliotheksmisere.“
(in: SozPol-Flugblatt des MSB Hamburg vom November 1978)

MSZ 26/78

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Antiimperialistischer Kampf
„Einmischung des Papstes in die Angelegenheiten Chiles und Argentiniens.“
„Der Papst vertritt die Interessen der Imperialisten. Er macht es gern. Ein nicht unbeträchtlicher Teil des Kapitals der katholischen Kirche hat schließlich seinen Ursprung in geraubtem Gold aus Lateinamerika.“
 (aus: KVZ des KBW, Nr. 1/1979, S. 12)

List & Tücke
„ … planen die vereinigten Opportunisten und Revisionisten jetzt unter Führung der MARXISTISCHEN GRUPPE eine Veranstaltung mit anschließender bayernweiter Demonstration gegen das Raumverbot.“
„Verhindern wollen sie mit diesem Projekt die bundesweite Zusammenfassung der Studentenmassen im Kampf um das Koalitions- und Streikrecht und die Bezahlung der Arbeitskraft durch eine Demonstration der VDS in Bonn.“ (ibid.)

List & Tücke II
„So wird die angebliche Nutzlosigkeit des Kampfes gegen die herrschenden Verhältnisse und die Einsicht in ihre scheinbare Unveränderbarkeit gepredigt. Aller journalistischer Eifer der »MG« ist dieser Apologetik des Kapitalismus gewidmet. Mit Parolen wie »Brecht die Hochschulgesetze« täuscht sie Radikalität vor, um mit ihrer Lage unzufriedene Studenten für ihre reaktionären Anschauungen zu gewinnen.“
(aus: „Rote Blätter“ des MSB Spartakus Nr. 1/1979, Beilage S. VII)

Die Klassenlage der Schädelform
(Den wertvollsten Beitrag zur schöpferischen Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus im Jahre 1978 leistete ohne Zweifel der KBW in Nr. 12 seines „theoretischen Organs Kommunismus und Klassenkampf“. Folgende Zitate entnahmen wir seiner Beweisführung zur eigenen „nationalen Identität“ der Bewohner von Gran Canaria und Teneriffa):
„Alle bekannten Toten der Guanchen (kanarische Ureinwohner) zeigen ferner die beiden für Nordafrika typischen Schädelformen.“
„Die Folgen der kolonialen Besitznahme für die Bevölkerung sind nachweisbar: Das Vorherrschen der Blutgruppe 0 ist verschwunden.“
„Die bürgerlichen Untersuchungen der kanarischen Bevölkerung untersuchen natürlich nicht Blutgruppen und Schädelformen nach Gesellschaftsklassen.“
„Natürlich haben Tenerife und Gran Canaria ihre Stierkampfarenen als Dokument spanischer Kultur. Die Zahl der römischen Amphitheater in Britannien ist aber sicherlich größer, und wer wäre deshalb je darauf verfallen, das englische Volk zu einer Nationalität des Römischen Reiches zu erklären?“
„Die Frage, ob die kanarischen Inseln eine Kolonie sind oder eine spanische Nationalität, dürfte damit geklärt sein.“
(loc.cit., Seite 26 ff.)

Dementi
Liebe Gesellschaft!
Das ist keineswegs ein Protokoll aus dem Jenseits, denn ICH LEBE und finde es ausgesprochen unfreundlich, mich so einfach für tot zu erklären!
Mit freundlichen Grüßen
R. Watussi, z.Z. 6370 Oberursel
(aus: Brief an die MHB vom 9.12.1978)

MSZ 27/79

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Arbeiterkampf
Welche Früchte die stete Suche des KB noch Bündnispartnern im „Arbeiterkampf“ bei denen trägt, die von Natur aus Grund haben sollen, dagegenzusein, demonstriert diese „Arbeiterzeitung“ in Nr. 151 auf Seite 59 in der bislang wohl brutalsten Weise. Die Redaktion unterbricht für eine Nummer die Debatte über die revolutionären Qualitäten des Sado-Masochismus, um einen „Krüppelgenossen aus Steilshoop“ zu Wort kommen zu lassen. Wir zitieren:
„Was ist eigentlich erstrebenswert an der Rolle der »Normalen« (= Nichtbehinderten)? Machen wir uns bewußt, welcher Scheiß in ihren Normen und Verhalten steckt, nach denen sie uns beurteilen, einordnen und diskriminieren.“
„Schließen wir uns zu Gruppen zusammen, in denen Nichtbehinderte nichts zu suchen haben!“ „Hierbei können wir von den Frauen lernen.“
„Organisieren wir unseren Widerstand, denn: Gemeinsam sind wir Krüppel stark!“

Wer macht den MSB stark?
„Von den Großbanken und Konzernen können wir kein Geld erwarten, eine staatliche Förderung wird uns verwehrt.“
„Der erste Chefredakteur der »roten blätter«, Roland Lang, hat nicht nur einen neuen Roman veröffentlicht, sondern für seinen ersten Roman im Februar dieses Jahres den mit 15.000 DM dotierten Stuttgarter Literaturpreis erhalten. Den Preis übergab der Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel“ (CDU).
(aus: „Rote Blätter“ des MSB Spartakus, Nr. 4/1979, Beilage und S. 7)

Kleinbürgerlich-zynisch
Den Einsatz von Zivilpolizei in Lehrveranstaltungen der Universität München analysiert der MSB Spartakus in gewohnt materialistischer Stringenz:
„Erleichtert werden der Unileitung diese Angriffe auf demokratische Grundrechte durch das objektiv reaktionäre Auftreten der MG, die in sektiererischer Weise versucht, ihre kleinbürgerlich-zynischen »Argumente« an den Mann zu bringen, gegen den erklärten Willen der Mehrheit der Studenten. Doch das Ziel dieses Einsatzes der Polizeispitzel ist es nicht, »Störungen« durch die MG zu verhindern, sondern die Masse der Studenten, die mit den Studienbedingungen unzufrieden ist, einzuschüchtern.“
 (in: „Rote Blätter“, Nr. 1/1979, S. 11; Autor Franz Wirrer)

KBW in Bayern auf dem Vormarsch
„Die Entwicklung des Klassenkampfes beweist immer schlagender die Richtigkeit des Programms des KBW.“
„Mit ca. 30 Verfahren gegen Mitglieder des KBW und Anklagen wegen § 90 a, 130, 140 StGB versucht die bayerische Landesregierung gegenwärtig gegen den Aufbau der Partei der Arbeiterklasse und gegen die Verankerung des Programms des KBW vorzugehen.
 (in: KVZ des KBW, Nr. 13/1979, S. 16)

Kopf hoch, Rudi!
„Die Schwierigkeiten des Einstiegs in die Geschichte sind uns nicht fremd, der Kampf um die Standortfindung in ihr noch weniger.“
„Zu einer verlorenen Generation wie der des spanischen Bürgerkriegs, die tatsächlich eine große Schlacht geschlagen, schließlich zur Niederlage verurteilt war, gehören wir nicht.“
„Dennoch ist jedes Moment, das Leben und nicht den Tod in den Mittelpunkt zu stellen, grundlegend für ein sozialistisches Selbstverständnis.“
„Denn es handelt sich um Kriege zwischen Ländern, wo mit Sicherheit alles real ist.“
„Ich erwähne das in keiner Art und Weise, um etwas zu rechtfertigen.“
(R. Dutschke in: „links“, April ’79, S. 10 f.)

Keine Zeit für Wahrnehmung
„Die neuen Studienbestimmungen stehen in einem gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang.“
„Überdies bleibt den studentischen Vertretern keine Zeit mehr, die Interessen ihrer Kommilitonen wahrzunehmen.“
(Flugblatt der Münchner „Liste demokratische Hochschule“, Dezember 1978)

Die Ehrung des Monats
wurde dem DKP-Renommierprofessor Schleifstein zuteil. Wir zitieren aus der „UZ – Zeitung der DKP“ vom 12. April 1979, S. 2:
„Die Universität Wroclaw der VR Polen hat Prof. Dr. Josef Schleifstein, Leiter des Instituts für Marxistische Studien und Forschungen in Frankfurt/Main und Mitglied des Parteivorstands der DKP, die Ehrendoktorwürde für seinen wissenschaftlichen Beitrag zur Entwicklung der marxistischen Philosophie und der politischen Wissenschaften verliehen.“
„In seiner Antwort auf die Laudatio der Universität hob Prof. Schleifstein die engen Verbindungen der deutschen und polnischen Arbeiterbewegung hervor.“

MSZ 28/79

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Ein Beitrag zur Sinnfrage
(Der Preis für den am meisten unter die Haut gehenden Beitrag gebührt diesen Monat der Münchner Studentenvertreterin Elfi Jäger vom Spartakus. Im „unire-Port“ vom Mai 79 schreibt sie unter dem Titel: „Kann man hier sinnvoll leben?“ u.a. folgendes:)
„Wir haben aber das Recht, unsere Träume hier und heute verwirklichen zu wollen.“
„Daß Arbeit etwas mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat, springt einem, wenn nicht durch eigene Erfahrung, spätestens angesichts des steigenden Jugendalkoholismus ins Auge.“
„Ich behaupte, die einzige Möglichkeit hier persönlich nicht kaputtzugehen, besteht darin, ... sich als Student in der marxistischen Studentenorganisation der BRD, dem MSB Spartakus zu organisieren. Die Mitgliedschaft bei uns ist notwendig und sinnvoll, da wir mit Flugblattverteilen, Studienberatung, Demonstrieren, von einem Seminar ins andere laufen und allen erzählen, daß sie gegen die Regelstudienzeit aktiv werden müssen ..., da wir durch unsere Arbeit lebenswichtige Eigenschaften einüben: kollektiv, planmäßig, verant- wortungsbewußt und diszipliniert zu handeln.“ „Und es gibt kaum ein Land der Erde, wo wir nicht Kampfgefährten haben, es sind Millionen.“ „Diese Behauptungen beruhen auf unseren Erfahrungen.“

SALT III ist eine Messe wert
„Den Frieden sichern, das Wettrüsten beenden!“
„Demonstrations-Kundgebung 11 Uhr Mariahilfplatz. 13 Uhr Großkundgebung Marienplatz mit Pastor Niemöller ... Nachmittags Programm für Kinder und Erwachsene. Friedensgottesdienst.“
(in: Flugblatt des MSB Spartakus München vom Mai 1979)

List und Tücke
„Mit den 10 Freisprüchen ist die Taktik der Gerichte klargeworden.“
„Die Freisprüche demoralisieren den Gegner und lähmen seine Kampfmoral, denken die Gerichte.“

(aus: KVZ des KBW, Ausgabe Süd, Nr. 19/1979, S.16)

Offensiv
„Das Grundgesetz war wie die Bundesrepublik ein Produkt des seit 1947 begonnenen Kalten Krieges. Es war schon Ausdruck der restaurativ bestimmten Phase der Nachkriegszeit,“
„Wir werden demnächst den 30. Geburtstag unseres Grundgesetzes feiern, unseres auf Antifaschismus angelegten Verfassungstextes.“
(Aus: „Offensiv“ des SHB München, Mai/1979, S. 4 und S. 1)

Karrieren
„Held hätte die beste Voraussetzung auf eine steile Karriere – auf Seite der Besitzenden.“
„Die Studenten wählten ihn als ihren Sprecher in den Senat – wo Held neben Rektor Lobkowicz wirkte.“
(aus: UZ – Zeitung der DKP vom 1.10.1978, wo Friedrich Hitzer die Hintergründe des Verhältnisses zwischen Spartakisten Michael Held und seinem Präsidenten enthüllt, die bis ins Familiäre reichen:)
„Eva (Frau Held) konnte nicht zum Prozeß gehen. Michael wollte das auch nicht. Wie hätte Eva dann weiter lernen können, wenn sie erlebt hätte, wie man ihren Michael in einem wohldosierten Vorurteil verurteilt? Doch wenn Michael und Eva mit Clara (Tochter Held) spielen, dann weiß ich, daß Fürst Lobkowicz den Studenten und jungen Wissenschaftler fürchtet.“

Sitzplatz für Kritik
„Der »kritischste« MG-Student ist, wenn er kritisieren will, darauf angewiesen, die Wissenschaft hören zu können – Sitzplatz in Seminar oder Vorlesung.“
(in: Flugblatt des MSB-AStA e.V., Uni München, Mai 1979)

Nun mal ehrlich ...
„In diesen Tagen gaukeln uns Werbespots, Plakate und Kundgebungen der großen Parteien ein süßes Leben in einem geeinten Europa vor, wenn wir nur am 10. Juni das Kreuzchen hinter ihre Parteien setzen.“
„Deshalb braucht die DKP alle Demokraten und Jugendlichen, die wollen, daß diese Welt endlich gerechter, ehrlicher und solidarischer wird. Dafür ist eine Stimme für die DKP nicht verschenkt.“
(aus: DKP-Betriebsecho für Siemens München, Mai 1979, S. 3)

MSZ 29/79

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Deutsche kommunistische Partei
 „Politik aus erster Hand: Wilfried Dietrich — Sind Ringer brutale Menschen.“
(Talkshow im Programm des „UZ-Volksfests 1979“ aus: „UZ“ vom 8. Juni, S. 5)

Demokratischer Kampf
„Der Fachbereichsrat ist nur ein Feigenblättchen, daß sich seine Arbeit im freiwilligen Nachvollzug der Politik des Kumi erschöpft, dafür ist gesorgt.“
„Mit der Wiederwahl der Kandidaten der Liste AStA und Fachschaften in die Gremien ist ein Beitrag dazu geleistet.“
(aus: Flugschrift der MSB-inspirierten ,,Fachschaft“ Geschichte an der Uni München vom Juni 1979, S. 3 und S. 4)

List und Tücke
„Tatsache ist aber, daß die Lohnabhängigen sich heute mittels ihrer Handschrift nicht mehr untereinander verständigen, miteinander verkehren können, da meist nur der Schreiber selbst sie entziffern kann. Dies ist auch eine neue Form des Analphabetismus.“
(aus: KVZ des KBW, Nr. 23/1979, S. 10)

Ohne Opposition kein Sozialismus!
„Der erste Schritt in die Perspektive einer freien und sozialistischen Gesellschaft, in der die Arbeitenden selbst die Ziele ihrer Produktion und ihre sozialen Beziehungen bestimmen, wäre die Freiheit zur demokratischen und sozialistischen Opposition.“
(aus: „links“ des SB, Juni ’79, S. 11)

Eigentümliche Persönlichkeit
„ ... trägt dem Umstand Rechnung, daß diese Politiker eigenständige Persönlichkeiten sind, die sich sehr wohl unterscheiden.“
„Windelen, Hans-Jürgen, Ben-wisch genannt, wegen seiner Unterhändlertätigkeit mit Arabern und anderen Negern.“
(aus: „MSZ - Große Deutsche Politiker: Die kleinen Mitherrscher“, S. 1 bzw. S. 4)

Musik Studenten Bund
(Die kulturell anspruchsvollste Demonstration der letzten Zeit muß am 8. Mai in Hannover stattgefunden haben. Den „Roten Blättern“ des MSB Spartakus Nr. 6/1979, S. 12 entnehmen wir hierzu folgendes:)
„Die ganze Demonstration hatte von Beginn an wahren Volksfestcharakter.“
„Während die DKP vor dem Bahnhof kostenlos Milch und Kakao verteilte ... , standen die ersten bereits singend und voller Reisefieber auf dem Bahnsteig.“
„Im Zug wurden die Liedertexte verteilt.“
„Überall bildeten sich spontan Singgruppen um die Leute, die mit Gitarren bewaffnet waren.“
„Die Bläserkapelle der Fachschaft Musik zog durch den ganzen Zug und verbreitete eine unheimliche Stimmung.“
„Als wir dann losmarschierten, liefen Hochschullehrer und Verwaltungsangestellte an der Spitze der Bewegung, gefolgt von der Blaskapelle und einem langen Zug singender Studenten.“
… wobei die Studenten am Ende der Schlange unbeirrt weitersangen.“
„Nachdem wir uns in der Sonne auf dem Opern(!)- Platz niedergelassen hatten, begann die Kundgebung mit einem Theaterstück der Fachschaft Germanistik.“ „Nach Ende der Kundgebung zogen wir in kleineren Gruppen, viele heiser, aber immer noch singend, zurück zum Bahnhof.“
Kein Wunder, daß sich diesem vom MSB initiierten Protest
„selbst Teile der CDU und die örtliche Industrie- und Handelskammer anschlossen.“

Zivilcourage
„Der RCDS ist der einzige bedeutende Studentenverband, der sich dem Ansturm der Linken entgegenstellt.“
„Wir, der Förderkreis des RCDS, müssen alles tun, damit wir den mutigen Studenten des RCDS auch weiterhin die Studienberatung anbieten können, die Bücherbörsen durchführen können, und, und, und ...“
(in Bettelbrief der „Bundesvereinigung Freundes- und Förderkreis e.V. des RCDS,, mit Sitz in Erlangen vom Juni 1979)

Teuflischer Plan entlarvt!
„Ausgegangen wird von einer durchschnittlichen Kalorienzahl für ein Mittagessen in der Mensa von 800.“
„Der Plan ist, die Studentenmassen vollständig zu unterwerfen.“
„Die Forderung nach Selbstverwaltung aller studentischen Sozialeinrichtungen ist Bestandteil dieses Kampfes.“
(aus: „KVZ“ — Hochschulausgabe München/Oberbay. vom 21. Mai, wo unter dem Titel „Schlechtes Essen als Mittel der Auslese“ nachgewiesen wird, wie die Bourgeoisie die Studenten „ernährungsphysiologisch“ in die „Verelendung“ treibt.)

Gut gefragt
(Das bislang eindrucksvollste Dokument materialistischer Demoskopie liegt uns aus Marburg vor. Die GO- Fachschaft des linken Fachbereichs 03 legte den Kommilitonen im Mai einen Fragebogen vor, aus dem wir folgendes zitieren:)
„1. Aus welchen Gründen studierst du gerade hier in Marburg?
o über die ZVS
o weil in Mbg/Fb 03 fortschrittliche Wissenschaftsinhalte gelehrt werden
o aus persönlichen Gründen (private Bindungen, sympathische Stadt o.ä.)
o mehr aus Zufall
4. Ist dir bewußt, daß der FB 03 einer der wichtigsten Fachbereiche in der Bundesrepublik ist, wo neben bürgerlichen auch marxistische Wissenschaftspositionen gelehrt werden?
o ist mir vor meinem Studiumsbeginn bekannt gewesen
o weiß ich, seit ich hier bin
o ist mir neu
5. Es gibt Bestrebungen, marxistische Positionen aus dem Gst. (Grundstudium) zurückzudrängen.
o hältst du das für richtig
o ist es dir gleich
o hältst du das für falsch.“

Gerechter Zorn
„Mit Empörung haben die Studenten zur Kenntnis genommen, daß der Bundestag im vergangenen Monat eine Erhöhung des Bafög-Höchstsatzes von DM 580.- auf DM 620.- beschlossen hat.“
(aus: „offensiv“ des SHB München, Juni 1979, S. 1)

Einzig
„Der RCDS wird von bestimmten Gruppen, vor allem von extrem linken, als Hauptgegner angesehen und als faschistisch, reaktionär etc. beschimpft. — Warum? Weil er unter den großen Gruppen in München die einzige demokratische ist.“
(aus: „Uhu“ des RCDS München, Nr. 11/1979, S. 5)

MSZ 30/79

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Ideologischer Kampf
„Das Brett vorm Kopf zur Waffe im Kampf machen?“ „Wir fünf sympathisieren vollständig mit der »Mehrheit« in der laufenden KB-Auseinandersetzung und sind alle »Vollblutlesben«, während der andere Teil der AGL(esben) bis auf eine Ausnahme der Minderheit zuzurechnen ist und aus Bi-Frauen besteht. Wen wundert’s?“
(Aus: „Arbeiterkampf“ des KB, Nr. 163/1979, S.33)

Freude durch Kraft
„Wie ist das eigentlich, Ferien mit dem Spartakus?“
„Bei 50 Grad im Schatten lernten wir in einem Tomatentreibhaus die schwere Arbeit der Provence-Bauern am eigenen Leibe kennen.“
„Fast jeden Tag kam der 82jährige Camille in unser Camp geradelt und faszinierte uns stundenlang mit Erzählungen aus seinem kämpferischen Leben.“
„Huu aus Vietnam brachte Thomas in fünf Minuten die Melodie eines vietnamesischen Liedes bei.“
(Aus: „Rote Blätter“ des MSB Spartakus, Okt. ’79, S. 60 f.)

Identitätsprobleme
„In der DDR sind heute zwei angebliche Bundesbürger als Spione festgenommen worden.’’
(ZDF-Moderatorin Hut Speer in der 19-Uhr-Ausgabe von „Heute“ vom 14.9.1979)

Vorzüge des realen Sozialismus
„Ich mag die DDR, weil die Menschen dort menschlicher miteinander umgehen.“
„Dafür gibt es verschiedene Ursachen: ...“
,, ... da sind die Frauen, die arbeiten können, weil es in jedem Wohngebiet Krippen und Kindergärten gibt. Sie sind nicht zur Einsamkeit in der Wohnung verdammt, sondern erweitern ihre sozialen Erfahrungen, haben z.B. viel mehr Gesprächsthemen, wenn sie abends zusammenkommen, als viele Frauen, die nur den Haushalt versorgen.“
„Auch wenn ich nicht über statistische Ergebnisse oder unmittelbar eigene Erfahrungen verfüge, habe ich den Eindruck, daß DDR-Jugendliche, z.B. Studenten, früher sexuelle Erfahrungen machen als bei uns. Das hat soziale Ursachen: Da es eine familienunabhängige Ausbildungsförderung gibt ...“
„Aus diesen und anderen (aus Platzgründen nicht mehr dargestellten Gründen) mag ich die DDR.“
(Aus: Bekenntnisse des Chefredakteurs der „Roten Blätter“ des MSB Spartakus Franz Sommerfeld, in: op.cit. Nr. 9/1979, S. 26 f.)

Recht auf Ausbildung
„Was es zu verteidigen gilt für die Arbeiterbewegung, ja was es in Wahrheit erst zu erobern gilt, ist das Recht auf Ausbildung an der Waffe. ... Wenn die Bourgeoisie den Dienst von Frauen in der Bundeswehr debattiert, dann wird es richtig sein, sich auf den Standpunkt zu stellen »Wenn schon, denn schon«, also Ausbildung der lohnabhängigen Frauen an der Waffe zu fordern und die Frauen zu gewinnen für den Kampf um allgemeine Volksbewaffnung, Lohnfortzahlung, Miliz und Wahl der Offiziere.“
(in: „Kommunismus und Klassenkampf“ des KBW, Nr. 9/1979, S. 1)

Selbst ist der Mann
„Emanzipation, nicht nur der Homosexuellen, kann letztlich nur heißen: Arbeit an sich selbst.“
(in: ,,links“, Zeitung des SB, Oktober 1979, S. 29)

List und Tücke
„Die SPD ruft zu einer Kundgebung auf gegen die Fahrpreiserhöhungen. Sie will damit den Kampf der Volksmassen im Interesse des Finanzkapitals zerschlagen.“
(in: KVZ des KBW, Nr. 41/1979, Ausgabe Süd, Seite 7)

MSZ 31/79

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Revolutionstheorie
„Terminkalender. Montag, 25. Juni: Reihe Revolutionen sind der Motor der Geschichte.“
„Mittwoch, 27. Juni: Reihe Wartung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. Funktionsweise eines Viertaktmotors.“
„Donnerstag, 28. Juni: Schulung Lenin, Staat und Revolution“.
(in: „KVZ“ des KBW in Freiburg vom 25.6.1979, S.4)

Die Polizei, dein Feind und Helfer
„Unter starkem Polizeischutz konnte Burger seinen »Propagandaabend« schließlich im Linzer Theater Casino abschließen.“
„In Salzburg, wo Burger seine Mannen im Müllberbräu um sich versammeln wollte, wurde die Veranstaltung unter dem Beifall zahlreicher antifaschistischer Gegendemonstranten von der Polizei aufgelöst.“
(in: „express“ der österreichischen Hochschülerschaft, Nr. 18/1979, S. 10)

Rezensionen
„Wer aber ihre Flugblätter (MSZ–Aktuell) liest, wird hinter dem oft gekonnten Zynismus keine Anzeichen finden, wofür sie eigentlich ist.“
„Wer einmal die Last auf sich genommen hat, eine »MSZ-Aktuell« zu lesen, weiß das. Die »Kritik« besteht allein in der ironisierenden, zynischen Wiedergabe des zu kritisieren vorgegebenen Standpunkts.“
(in: SLH-München, „Erstsemester Info WS 79/80, S. 9; bzw. „KVZ“ des KBW in Hamburg vom 19.11.79, S. 3)
„Ihr“ (der MG) „relativer Erfolg bei den Studenten liegt im ansprechenden Stil begründet, in dem sie ihre Kritik an Staat und Hochschule vorträgt.“
„Die MG genießt aufgrund ihres vergleichbar hohen Niveaus in Argumentation und Stil bei den Studenten ein gewisses Ansehen.“
(aus: RCDS-,,Erstsemesterinfo WS 79/80“ in Erlangen; bzw. „Bayer. Verfassungsschutzbericht 19 78)

Kultur im Klassenkampf – eine Kontroverse
1. „Für die MG ist Kultur nichts, was für Linke im Klassenkampf irgendeine Bedeutung haben könne. Ob sich die Künstler auf die fortschrittlichen Kräfte orientieren oder nicht, ist ihnen scheißegal! Da wurden Beispiele angeführt – die Rolle der Musik im antifaschistischen Widerstandskampf in und außerhalb Chiles, die Rolle, die Marx selbst dem Feuilleton in der »Neuen Rheinischen Zeitung« und der engen Kooperation mit Georg Weerth und Freiligrath zumaß – der MG war es scheißegal.“
(DKP-Hochschulgruppe in Marburg, Nov. 1979)
2. „Das ganze Lied ist übrigens so gemütlich abgefaßt, daß es trotz des Versmaßes am besten nach der Melodie: »Auf Matrosen, die Anker gelichtet« zu singen ist.“
(Engels über ein Gedicht von Freiligrath, in: MEW 4, S. 278)
„Wenn man z. B. Freiligraths Gedichte liest, so sollte man wirklich meinen, die Menschen hätten keine Geschlechtsteile. Und doch hatte niemand mehr Freude an einem stillen Zötlein, als gerade der in der Poesie so ultrazüchtige Freiligrath.“
(Noch einmal Engels, in: MEW 21, S. 8)
3. „Ich habe in der letzten Zeit allerlei geschrieben, aber nichts beendigt, denn ich sehe gar keinen Zweck, kein Ziel bei der Schriftstellerei. Wenn Du etwas über Nationalökonomie schreibst, so hat das Sinn und Verstand. Aber ich? Dürftige Witze, schlechte Späße reißen, um den vaterländischen Fratzen ein blödes Lächeln abzulocken – wahrhaftig, ich kenne nichts Erbärmlicheres! Meine schriftstellerische Tätigkeit ging entschieden mit der »Neuen Rheinischen Zeitung« zugrunde.“
(Weerth in einem Brief an Marx, MEW 21, S. 7)

Heißer Winter
„So führte der MSB unter dem Motto: Wir wollen nicht in Zelten leben eine Aktion in der Tübinger Fußgängerzone durch, mit der wir auf die Probleme aufmerksam machen wollten ... Schon beim Aufbau unserer kleinen Zeltstadt begleitete uns rege Anteilnahme der Passanten. (Frage: Wie stellt man Zelte aufs Pflaster ?– Mit Zimmermannsnägeln.)“
(aus: Berichte vom „Heißen Winter“ in: ,,Rote Blätter“ des MSB, Nr. 12/1979, S. 1 7)

Berufsverbot
„Lieber Uwe, in der TAZ vom 29.10.79 erfahren wir, daß du, Uwe, einen Vergewaltiger verteidigt hast. Ist die Tatsache einer solchen Verteidigung schon empörend genug, so hast du durch deine Prozeßstrategie – der Angeklagte verweigerte die Aussage – in diesem Fall mit dazu beigetragen, daß es für den Angeklagten einen Freispruch gab.“
(aus: „Offener Brief“ an den RA Maeffert der „AG Frauen“ im ,,Arbeiterkampf“ des KB, Nr. 167/1979, S. 25)

Eine überraschende Wende

Nach dem Umsturz in El Salvador

Die neue Junta stößt auf Widerstand der Linken
Marxistische Gruppen besetzen in der Hauptstadt Sender und Kathedrale
Ausnahmezustand verhängt / Präsident Romero im Exil

(Faksimile aus der ,,Süddeutschen Zeitung“ vom 11.10.1979)

Grußwort
Aufmerksamen MSZ-Lesern, die uns auf so manchen in dieser Reihe dokumentierten Spruch & Widerspruch aufmerksam gemacht haben, hier der pauschale Dank der Redaktion. Auf weitere Mitarbeit freuen wir uns. Fundsachen bitte formlos an die MSZ, Postfach 401940, 8000 München 40, (MSZ-Kollektiv)

MSZ 32/79

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Planziel: Humor
„Witziger und frecher werden! Das ist das Schwierigste: Denn Witz erfordert Arbeit. Und wir sind jetzt schon voll im Einsatz.“
„Wer nicht genießt, ist ungenießbar!“
(Neujahrsvorsätze der „Roten Blätter“ des MSB Spartakus, in: Nr. 1/1980, S. 9 bzw. S. 50)

Weihnachtsbotschaft
(Das originellste Wort zum Fest entnehmen wir einem Aufsatz des Lehrbeauftragten für Philosophie zu Marburg/Lahn, Dr. Joachim Kahl, der in „Demokratische Erziehung“ Nr. 6/1979, S. 636 ff. das Christkind ins Weltfriedenslager herübergezogen hat.)
„Weihnachten – das heitere mittwinterliche Friedensfest. Ein philosophischer Beitrag zur demokratischen Aneignung des religiös-kulturellen Erbes. Zugleich ein Aufruf zum Mitfeiern.“ (Titel)
„Die dialektisch-materialistische Aneignung der christlichen Weihnachtsbotschaft erfolgt nach den Gesetzen der materialistischen Dialektik von Form und Inhalt, von Kontinuität und Diskontinuität ...“
„Mit der Herausbildung eines sozialistischen Weltsystems ist der Friede auf Erden in den Bereich des konkret praktisch Herstellbaren gerückt.“ Eine schöne Bescherung!

Jagdszenen aus Oberbayern
„Professoren und »Schwarze Sheriffs« gegen Volkskämpfe im Loisachtal.“
(Schlagzeile in der „KVZ“ des KBW, Nr. 2/1980, S.4)

Schwarze Wirte
„Gesucht werden Betriebswirte, die Rationalisierungsmaßnahmen durchführen, ohne auch nur einen Gedanken an die Menschen zu verlieren, die dadurch arbeitslos werden.“ Für Manager, die an Arbeitslose denken! „Zu jeder Lohnrunde werden Wirtschaftswissenschaftler dazu benutzt, die Notwendigkeit eines Verzichts auf Lohnsteigerungen zu begründen, obwohl die Realität lehrt, daß es so nicht geht.’' Für einen realistischen Kapitalismus!
(in: „Der rote Wirt“, Zeitung des MSB Spartakus in Regensburg, Ankündigungsflugblatt vom Dezember 1979)

Fortschritt ins Top-Management
„Die Erwartungshaltung dieser Kurzzeitstudenten, einen Arbeitsplatz im oberen Management zu erhalten, wird somit schon während des Studiums reduziert.“
„Den Studenten stellt sich die Aufgabe, mit fortschrittlichen Professoren und Gewerkschaftlern unsere inhaltlichen Gegenpositionen zu der »Studienreform von Oben« zu formulieren.“
(in: Flugblatt des MSB Spartakus in Marburg/Lahn vom 10.12.1979)

Revolutionäre Geländebildung
„Die Projektgruppe Sport der Vereinigung für revolutionäre Volksbildung führt einen Geländelauf durch. 15 Uhr, U-Bhf. Krumme Lanke.“
(Aus: „KVZ“ des KBW für die TU Westberlin vom 26.11.1979)

Diktatur des Proletariats
„Die gesellschaftliche Basis dieser Parteien“ (der „demokratischen Parteien neben der KP“ in China) „war hauptsächlich die nationale Bourgeoisie, die Oberschicht des städtischen Kleinbürgertums und ihre Intellektuellen.“
„Es existiert also eine lange und ruhmreiche Geschichte von Zusammenarbeit und gemeinsamen Kampf mit den Kommunisten, diese Parteien sind enge Freunde der Kommunistischen Partei.“
„Der 82jährige Vorsitzende Hu Ziang der »Vereinigung der Industriellen und Kaufleute« sagte auf dem Kongreß, die Kapitalisten seien zu Werktätigen umerzogen, die von ihrer Hände Arbeit lebten. Ihre Stellung hätte sich verändert, und die Anforderungen an sie seien höher geworden. Hu verlangte von ihnen, ihren Patriotismus weiterzuentwickeln, ihrer Pflicht als Herren des Landes nachzukommen...“
(aus: „Beijing Rundschau“, Nr. 50/1979, S. 18 u. 28)

Confidentials
„Eigentlich hat er wohl Lehrer werden wollen. Nix draus worden is. Hingereicht hat’s zum Besitzer einer süddeutschen Brauerei. Das für sich genommen mag man ihm nachsehen, dem L Punkt Fertl aus München.“ (aus: „Bochumer Studenten Zeitung“ des AStA der RUB, Nr. 204/1979)

„Die Angaben der BSZ, meine Person betreffend, sind leider unvollständig. Ich darf mit Quellenangaben wie folgt ergänzen: Assistent an der Uni München mit 2 Doktoren und der dritten Dissertation kurz vor der Vollendung (KBW), Besitzer einer Großdruckerei (MSB), Geschäftsführer eines »ultralinken Presseimperiums« (Münchner Merkur), Papst (! Präsident Lobkowicz), Langzeitstudent (RCDS München) usw. usf. Leider fehlt mir die Zeit aufgrund dieser vielfältigen Beanspruchung, die Liste fortzusetzen.“
(Persönliche Erklärung von L. Fertl exklusiv für MSZ)

Aus der gleichen Quelle, in die ihr gestochen habt, entnehmen wir die Information, daß euer verantwortlicher Redakteur Ludger Vollmer eigentlich wohl BILD-Journalist hat werden wollen. Hingereicht hat’s jedoch nur zum Besitzer eines florierenden Massagesalons in der Bochumer Innenstadt.
Mit freundlichen Grüßen, MSZ-Kollektiv

Was denn nun?
„Der bürgerliche Staat wird nie Faschisten – paramilitärische Banden des Kapitals – zerschlagen.“
„Graue-Wölfe-Mörder in den Knast!“
„Keine Appelle an den bürgerlichen Staat!“
(in: Flugblatt der „Trotzkistischen Liga Deutschlands“ Ffm. vom 18.12.1979)

Hörfunk-Auswahl (BR)
Bayern 1
13.07 Neujahrsansprüche des bayerischen Ministerpräsidenten
(Faksimile aus: Süddeutsche Zeitung vom 31.12.79)

MSZ 33/80

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„Im Jahre 1978 fiel der niedersächsische Justizminister, Dr. Hans Puvogel, seiner Dr.-Arbeit aus 1937 zum „Opfer“. Puvogel hatte mit einer jämmerlichen Schrift von 35 Seiten einige Quellen aus dem abendländischen und orientalischen Kulturkreis zusammengetragen, um die Körperstrafe der Kastration als historisch verankert zu rechtfertigen. Die Arbeit trug den denkwürdigen Titel: „Die leitenden Grundgedanken bei der Entmannung gefährlicher Sittlichkeitsverbrecher“. Da ist z.B. zu lesen gewesen, dass es im Mittelalter nach dem Mainzer Stadtrecht bei Androhung der Entmannung den Juden verboten war, „sich an christlichen Frauen zu vergehen“. Puvogel musste zurücktreten, als die Medien aus seiner Doktorarbeit zitierten.“ (Die Zeit Online, Leserartikel-Blog, 18.2. 2011)

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